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Kategorie: Sanierung

Schloss Wildenau

Schloss Wildenau – ein Torso erlebt seine Wiedergeburt

Text:   Therese Backhausen

Fotos: Fam. Rastorfer und Autorin

Schloss Wildenau

In Wildenau, einer Katastralgemeinde von Aspach im Bezirk Braunau, steht vom ehemaligen Wasserschloss, das wahrscheinlich zu einem der ältesten Schlösser des Innviertels zu zählen ist, nur mehr der denkmalgeschützte Ostteil des Hauptschlosses. Dieser war in akuter Gefahr und von enormem Sanierungsbedarf. Mit viel Herzblut wurde das von der Zeit vergessene Anwesen vom neuen Eigentümer, der Familie Rastorfer aus Bayern, gerettet.

Renovierung Fassade

Der erhaltene Bestand ist ein dreigeschossiger, einfacher Baukörper über rechteckigem Grundriss mit Satteldächern sowie einem Blechdachreiter über dem Kapellendachstuhl. In der um 1570 als Eingangs- und Hauptschauseite ausgebildeten und ehemals wegen der Seitenflügel geschützten Ostfassade befindet sich ein offener, vierbogiger Pfeilerarkadengang im Erdgeschoß mit darüberliegenden, heute verglasten Laubengängen im 1. u. 2. Stock. Im südöstlichen Teil befindet sich die wahrscheinlich nachträglich untergebrachte, zweigeschossige Schlosskapelle hll. Georg und Kilian. Ebenso wurde sie im 3. Viertel des 19. Jh. durch Herausbrechen der Erdgeschoßdecke vom 1. Stock in das Erdgeschoß verlegt. Die Kapelle dient heute als Filialkirche des Ortsteiles Wildenau. Deren bewegliche, aus dem 17. u. 18. Jh. stammende Ausstattung – es handelt sich um Arbeiten aus der Schwanthalerwerkstätte – steht im Eigentum der Pfarre Aspach. Während das Erdgeschoss des Gebäudes tonnengewölbt ist, finden sich in den oberen Geschoßen flache Decken. Im 2. Stock sind zwei perlstabverzierte Holzflachdecken aus dem 17. Jh. erhalten und an einer Wand eine bedeutende, wohl aus der Spätgotik stammende Freskierung mit zwei musizierenden Figuren und einem einander zugetanes Paar inmitten floraler Rankenmotive.

Sandsteinmadonna aus dem Jahre 1651, ehemals im Torturm, heute Privatbesitz

1383 erstmals urkundlich erwähnt, vermutlich aber von älterer Bausubstanz, blieb Schloss Wildenau, das auf einer Insel in viereckig angelegtem Teich erbaut wurde und mit Torturm, dreigeschossigem Palas und angebauten Seitenflügeln rund um einen geschlossenen Innenhof ausgestattet war, bis 1764 im Besitz der landesgeschichtlich bedeutsamen Familie Aham. Diese zählten zu den wichtigsten Grundbesitzern im Raum des heutigen Innviertels, das damals bayerisch war. In ihre Zeit fällt der Spanische Erbfolgekrieg, in dem es 1703 seitens der österreichischen Militärherrschaft zu argen Plünderungen kam. Auch Wildenau wurde zum Ziel der Übergriffe. Kapelle und Bibliothek blieben aber verschont.[1] Unter den nächsten Besitzern, der Familie von Imsland – die Familien Aham und Imsland waren verwandt – wurde das Schloss nochmals prächtig ausgestattet. Ein Brand von 1809 devastierte den hinter dem Torturm liegenden Trakt. Da er äußerlich aber weitgehend unbeschädigt blieb, unterließ man seine Sanierung. Unter Imslands hochverschuldetem Erben, der das wertvolle Archiv zwar noch retten konnte, begann der Untergang. Er konnte den Besitz, der in der ersten Hälfte des 19. Jh. trotz Feuer- und Plünderungsschäden in den Franzosenkriegen im wesentlichen sein Aussehen samt Barockgärten beibehielt, finanziell nicht mehr halten. Er veräußerte ihn an einen Güterspekulanten, der ab 1882 mangels Interesse am Erhalt die wertvolle Ausstattung verkaufte und die umfangreiche Bibliothek samt Archiv einstampfen ließ. Vor allem aber entzog er dem Anwesen die Existenzgrundlage: den Gutsbesitz. Grund, Wälder und Vieh wurden verschleudert, der das Areal umgebende Weiher weitgehend eingeebnet und als Wiese verkauft. In die Ställe wurden Wohnungen adaptiert. Letztendlich ließ er nach und nach wesentliche Teile der Bausubstanz abbrechen. Der übriggebliebene und heute noch existierende Teil wurde seines oberen Stockwerkes, in dem sich die Prunkräume mit Deckenfresken befanden, beraubt. Ein Brand von 1880 tat seines dazu bei. Eine Reihe weiterer Eigentümer konnte den Bau zwar notdürftig erhalten, war aber nicht in der Lage, umfassende Renovierungen zu realisieren, sodass der Bau weiter verfiel.

Für die jetzigen Besitzer musste die erste Begegnung mit diesem dem Verfall preisgegebenen, teilweise mit Efeu überwucherten Torso wie eine Reise in eine Zwischenwelt, in der ehemalige Pracht sich in Morbidität wandelte, gewesen sein.

Schloss Wildenau um 1850

Alles fand sich in ruinös verwahrlostem Zustand. Um das Anwesen herum war ein verwilderter Park und das Gebäude aufgrund der allgegenwärtigen Feuchtschäden und Einsturzgefahr dem Vernehmen der Gemeinde nach nicht mehr betretbar. Die dringendsten Arbeiten waren demnach die Rodung des Geländes, die Ausbesserung des Dachstuhles sowie die Neueindeckung des Daches. Die Fenster – jene der Nordseite wurden im Schutt gefunden – konnten mit Ausnahme der Laubengänge, wo die ursprünglichen Fenster restauriert wurden, nicht mehr gerettet werden. Die über die Hausseiten verteilten Mauerrisse wurden zwar saniert, sie stellen aber bis heute ein erhebliches Problem dar und müssen noch abgeklärt werden. Originalelemente wie die alten Holzböden, Türen bzw. historischen, ostseitigen Steintreppen wurden erhalten. Im Zuge der Innenrestaurierung konnten die bis dato nur fragmentarisch restaurierten Reste des spätgotischen Freskos an der einen Wand größtenteils weiter freigelegt werden. Letztendlich wurde das Gelände auf ein Niveau gebracht und eine neue Drainage rund um das Haus angelegt. Auch die Gebäudetechnik samt Wasserversorgung und Elektrik musste komplett erneuert werden.

Spätgotische Fresken im 2.Stock

Soweit möglich, war das Ziel der Sanierung, dem Bau insgersamt ein Maximum seines historischen Gesichtes zu erhalten. Die Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt, das aufgrund der Bedeutung des Hauses in die Arbeiten laufend involviert war, wird als sehr gut geschildert.

Jetzt erstrahlt der Torso in neuem Glanz und wird in Zukunft vielseitig genutzt werden. Dazu bieten sich wegen der integrierten Kirche Taufen und Hochzeiten besonders an.

[1] OÖ Nachrichten v. 12. Mai 2012

SO-Wand

Literatur:

Sebastian Mitterbauer (2010): Der Untergang von Schloss Wildenau – Der Bundschuh – Schriftenreihe des Museums Innviertler Volkskundehaus – 13_2010, S 63-69

OÖ Nachrichten v. 12. Mai 2010

 

A Place to stay

A Place to stay – Dreihundert Jahre altes Winzerhaus adaptiert

Text:   Therese Backhausen

Fotos: Fam. Kodolitsch und Autorin

Weingut Kodolitsch

Im Fokus des Kulturerbejahres 2018 stand auch die kulturelle und historische Bedeutung der Weinbauarchitektur im Weltkulturerbe, dem EUROPA NOSTRA Austria eine Veranstaltung in Krems widmete. Es sind vielfältige Ausprägungen von Bautypen, die die traditionelle Weinbaukulturlandschaft bereichern. So auch mitten in den steirischen Weinbergen bei Leibnitz. Dort zieht sich als Motto, ein harmonisches Zusammenspiel aus alt und neu zu schaffen, durch ein Projekt, bei dem die Familie Kodolitsch ein bald dreihundert Jahre altes Winzerhaus revitalisiert und auf den neuesten Stand gebracht hat.

Nordwestseite Historische Aufnahme

Das heute als Wohn- und Eventgebäude genutzte Anwesen geht in seinen ältesten Bauteilen auf das Jahr 1745 zurück und befindet sich seit damals im Familienbesitz. Es war ein einfacher, zweigeschossiger und satteldachgedeckter Baukörper über rechteckigem Grundriss mit Fenster- und Türgewänden aus Aflenzer Sandstein. Im Dachgeschoss befand sich die Wohnung des Weingutbesitzers, im Erdgeschoß war die Baumkelter untergebracht und im von außen begehbaren, mehrjochigen, stichkappengewölbten Weinkeller mit barockem Türgitter wurden die Weinfässer gelagert.

Anbau Südwestfront

Ziel der Generalsanierung war es, den Charme des Baukörpers weitgehend zu bewahren und mit moderner Infrastruktur zu verbinden, das Haus optisch zu belichten und belüften, dabei aber möglichst viel Substanz zu erhalten. Es wurde nach Lösungen gesucht, die Bestand haben. Dieser hohe Anspruch und die damit verbundenen Herausforderungen führten dazu, dass durch ein intelligentes Sanierungskonzept mehr Wohnraum geschaffen und ein behagliches Ensemble entwickelt wurde, das seine Ausstrahlung durch einen überzeugenden Mix aus Alt und Neu bezieht. Geschmack und viel Fingerspitzengefühl waren bei diesem Haus mit so langer Tradition Voraussetzung.

Nordwestseite nach dem Umbau

Südwestseitig wurde der bestehende Bau aufgebrochen und über die gesamte Hauslänge erweitert. Durch große Glasfronten bezieht dieser verandaartige Zubau, an den sich außen eine großzügige Holzpergola anschließt, sein Licht. Die räumliche Erweiterung an der Nordwestfassade wurde nach außen durch eine vorgesetzte Raumschicht – es handelt sich dabei um in Holzfarbe gestrichenen Sichtbeton in Holzbrettschaltung – mit offener Veranda und einer den Eingangsbereich einbeziehenden Pergola erzielt. Im Inneren durch die Öffnung nach oben bis zum Giebel. Dort dominiert ein die gesamte Giebelfront einnehmendes Glasfenster, das gemeinsam mit den neuen, bis zum Boden reichenden Fensteröffnungen auch hier großzügig Licht spendet. Das Dachgeschoß wurde mittels zwei Gauben vergrößert und der südöstlichen Giebelfront ebenfalls ein großzügiges Glasfenster einverleibt. Auch die Fassaden des alten Hauses haben ihre Sanierung erhalten. Dass sich Historie wunderbar ins Heute transportieren lässt, beweist der behutsam restaurierte, ziegelsichtige Gewölbekeller, dessen ursprünglicher Lehmboden mit handgeschlagenen historischen Ziegeln, die aus zwei abgetragenen Scheunen stammen, gepflastert wurde.

Weinkeller

Allen historischen Bereichen hat man sein Daseinsrecht gelassen. Man kann dies an den Außenseiten ablesen: alles was neu ist, äußert sich optisch durch modernes Wohnbauambiente im Gegensatz zu den verdichteten historischen Teilen. Die Ablesbarkeit von Alt und Neu offenbart sich außen wie innen überall. Sei es nun, dass zwei historische, die ehemalige Überdachung der Eingangsfront tragende Säulen ins neue Ensemble integriert wurden, sei es, dass die profilierten Sandsteineinfassungen der originalen Türen und Fenster mit den barocken Gittern erhalten wurden. Mit den sorgsam restaurierten barocken Türen samt Supraporten, Holztramdecken, Kästen und Truhen sowie dem Kachelofen geben diese repräsentativen Ausstattungsteile einen Eindruck vom Selbstverständnis ihrer Bauherren. Ein Eyecatcher ist die Baumkelter, die, dort belassen wo sie war, in das Ambiente integriert wurde. Aus ihren Holzladen entstand u.a. der Esstisch, aus ihrer Presse der Couchtisch.

Nordostseite

Ästhetisch aber ist es weit mehr, nämlich ein modernes Ambiente auf der Grundlage des überkommenen Baubestands, dem man sehr gekonnt zu einem neuen Leben verholfen hat.

Mit engem Bezug zur Landschaft handelt es sich hier um eine gelungene Verbindung von historischem Winzerhaus und modernem Begegnungszentrum.

 

Nordwestfront
Nordwestseite während des Umbaues

Neue Strahlkraft im alten Kleide

Die wiedergefundenen Malereien im Billardsaal und die dekorativen Arbeiten des Pietro Isella in der Villa Lanna in Gmunden

Villa Lanna Billardsaal

In Fachkreisen geschätzt, in der Öffentlichkeit unbekannt, gilt er wohl im Zusammenhang mit allen größeren Bauprojekten der Wiener Ringstraße als einer der bedeutendsten und meistbeschäftigten Dekorationsmaler von hohem Niveau.

Mit viel Liebe zum Detail malte er z.B. die ornamentalen Partien in der Wiener Oper, im Kunst- und Naturhistorischen Museum, dem Parlament, dekorierte den Pavillon der Kaiserin bei der Wiener Weltausstellung und das Rudolfinum in Prag. Er schuf den Dekor des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie (heute MAK), führte nach Entwürfen Eduard van der Nülls die Innendekoration der Altlerchenfelder Kirche in Wien aus und exekutierte nach dem Tode Hans Makarts gemeinsam mit anderen namhaften Malern die ornamentale Ausstattung im Schlafzimmer der Kaiserin Elisabeth in der Hermesvilla in Lainz.

Aber vor allem hätten wir ohne sein Zutun nicht die Vorstellung eines Gesamtkunstwerkes des 19. Jahrhunderts, wie es die Villa Lanna in Gmunden repräsentiert. Denn diese erfüllt in ihrem Streben nach stilistischer und formaler Einheit von Architektur, Malerei, Plastik, Kunsthandwerk, Gartenkunst und der damit untrennbar verbundenen Dekorationsmalerei, die in der Antike und Renaissance sehr beliebt war und im 19. Jh. wieder an Bedeutung gewann, diesen Gedanken. Phantasievoll und wohl durchdacht, belebt die dekorative Malerei, die von den Flächen der Räumlichkeiten samt imposantem Glasfenster des Stiegenhauses Besitz nimmt, die Wände und macht die große Einheitlichkeit der architektonischen Gliederung deutlich.

Isella dokumentierte seine dekorativen Arbeiten inklusive jener der Villa Lanna  in diversen Mappen, die allesamt heute in der Österreichischen Natiobalbibliothek aufbewahrt werden.

 

Villa Lanna Billardsaal; Entwurf Isella

Villa Lanna, Billardsaal Abnahme der Wandvertäfelung

Nach Gmunden kam der gebürtige Tessiner, seit 1874 auch Wiener Künstlerhausmitglied,  wahrscheinlich mit seinem Schwiegervater Gustav Gugitz, dem Architekten der Villa Lanna, in dessen Hände übrigens nach dem Tode Siccardsburgs und Van der Nülls die Fertigstellung der Oper gelegt wurde.

Eine Besonderheit in Isellas OEuvre sind die nunmehr freigelegten Bilder im Billardsaal der Villa Lanna in Gmunden. Dort war er versteckt, der Schatz aus dem 19. Jh. Hinter Holzverbauten verschwunden, zeitweilig vergessen. Auf seine Spur kam man bereits Anfang der 1990iger Jahre im Zuge einer kunstgeschichtlichen Aufarbeitung der Villa, denn erwähnte Mappen bargen auch die Illustrationen für den Billardsaal[1]. Und der Neugierde des nunmehrigen Hausherrn Clemens Trauttenberg ist seine Befreiung zu verdanken.

Villa Lanna, Billardsaal

Zum Vorschein kamen illusionistische, Gobelins imitierende Ölmalereien auf grober Leinwand. Dargestellt ist jeweils eine offene Wand mit Ausblick auf eine Terrasse, den Anschein einer Laube erweckend. Karyatiden und Atlanten, ganzfigurig oder teilweise aus Blättern wachsend und halbfigurig als Hermen, tragen, auf hohen Podesten stehend, das Gebälk einer weinlaubbewachsenen Pergola. Eine an einen Triumphbogen erinnernde illusionistische Architektur, geschmückt mit einem Fruchtfeston, ist die Darstellung des einzigen bis dato freigebliebenen Mittelteiles der östlichen Wand.

Dass die Bilder den Großteil des 20. Jahrhunderts hinter Holzwänden konserviert und jahrzehntelang kaum Verschmutzungen noch Licht ausgesetzt waren, kann man vielleicht als Glück bezeichnen, denn ihr Erhaltungszustand – sie sind nicht gefirnist – ist entsprechend gut.

[1]Therese Pechböck, Die Villa Lanna in Gmunden, Architektur-Ausstattung-Restaurierung. Ein Beitrag zur personalen Inszenierung in der Villenarchitektur im Historismus, Salzburg 1992

Dr. Georg Spiegelfeld – Schneeburg auf ZIB 1

Denkmalsanierung soll einfacher werden

Die Forderung der Initiative Denkmal nach Vereinfachung der Denkmalsanierung wird gehört. Die ZIB 1 widmete am 30.9.2018 einen Bericht diesem Thema.

https://tvthek.orf.at/profile/ZIB-1/1203/ZIB-1/13990564/Denkmalsanierung-soll-einfacher-werden/14372722

Der Beitrag im Wortlaut:

In Österreich gibt es 40.000 Baudenkmäler, rund 80.000 Gebäude wären schützenswert. Ein Verein fordert nun, die Sanierung von historisch wertvollen Häusern, Höfen und Burgen einfacher zu machen.

Die Denkmalsanierung in Österreich soll einfacher werden fordern die Eigentümer historischer Gebäude. Vielfach sei es schwierig oder gar nicht möglich ein altes Gebäude zeitgemäß zu nutzen denn viele Bauvorschriften, Normen oder Haftungsfragen orientieren sich an den Standards für Neubauten. Und das führt dazu, dass viele von etwa 80.000 schützenswerten Gebäuden in Österreich nicht entsprechend erhalten werden.

 Die ehrwürdige Akademie der Bildenden Künste in Wien, es wird ganz groß saniert um sehr viel Geld und doch gelingt es nicht überall allen möglichen Vorschriften exakt zu entsprechen. Wendeltreppen sind an sich zu eng für Fluchtwege, historische Geländer oft zu niedrig, Fluchttüren aus Seminarräumen müssten eigentlich zum Hauptgang hin öffnen und viel breiter sein.

Peter Rogl, Architekt: “wenn Sie hier die allen bekannten Brandschutztüren einplanen würden, dann wäre das historische Ensemble ruiniert, stattdessen haben wir hier Rauchschürzen.“

Besonders hart trifft der Normendschungel private Eigentümer. Sie sollen historische Gebäude auch stets auf den Stand der Technik bringen. Geschieht das nicht oder passiert ein Unglück, droht dem Hauseigentümer ein Prozess“

Georg Spiegelfeld-Schneeburg: „es gibt jede Menge Schadensersatzprozesse, es gibt jede Menge Zivilrechtsprozesse und die Richter wenden natürlich Normen an in der Meinung die gelten und Sachverständige sind glücklich, wenn sie da was finden“

 Die Initiative Denkmal fordert deshalb Rechtssicherheit, also insgesamt weniger verwirrende Vorschriften und dann keine unkalkulierbaren Haftungsrisiken, bloß, weil eine Türe einmal um 2 cm zu schmal ist.

DER HISTORISCHE LUSTER

Ein bisher nicht erforschter integrierender Teil der Glaskunst

Im Jahresheft 2017 haben wir einen Aufruf veröffentlicht, unserem Mitglied Peter Rath, Inhaber und Seniorchef der Firma Lobmeyr, für sein Buchprojekt bei der Suche nach historischen Lustern behilflich zu sein.

Historische Luster als integrierender Teil der Glaskunst in Wien und Österreich sind trotz ihrer großen künstlerischen und kulturgeschichtlichen Bedeutung bisher wissenschaftlich nicht erforscht und auch nicht im Bewusstsein der Bevölkerung verankert.

Dank Peter Raths Engagement und dank der Initiative der Provenienzforschung des Kunsthistorischen Museums erwuchs daraus das Forschungsprojekt „Bestandsaufnahme historische Luster“. Beim ersten Sondierungsgespräch, an dem Experten genauso wie Interessierte auf Einladung des Wien Museums teilnahmen, wurden die Möglichkeiten und Ziele einer wissenschaftlichen Bestandsaufnahme diskutiert.

Im Herbst 2018 wird sich der Arbeitskreis zu einem weiteren Workshop treffen.

Sollten Sie im Besitz eines solchen Lusters sein oder Kenntnis haben wo sich solche befinden, so bitten wir Sie, uns bzw. Herrn Peter Rath, Ihre Entdeckung mitzuteilen. Ein vertraulicher Umgang ist seitens Herrn Rath und seitens des Burgenvereines Selbstverständlichkeit.

Kontakt:

therese.backhausen@chello.at

archiv@lobmeyr.at

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Nächster Dinner bei Esther auf Schloss Grades  Restaurierungsarbeiten des Deckengemäldes abgeschlossen      weiterlesen hier

Dinner bei Esther auf Schloss Grades

Restaurierungsarbeiten des Deckengemäldes abgeschlossen

Seit dem Jahr 2016 laufen die Restaurierungsarbeiten auf Schloss Grades im Metnitztal. Nun ist das Prunkstück der Ausstattung, das Deckengemälde Gastmahl der Esther von Josef Ferdinand Fromiller von der Restaurierung zurückgekehrt.

Das Leinwandgemälde (ca. 300 x 180 cm.) des bedeutenden Kärntner Barockmalers entstand wohl in der Zeit um 1720 und hatte seinen Platz an der Stuckdecke des großen Salons seitdem nicht verlassen. Dunkel vom Kerzenruß der Jahrhunderte, stellenweise zerkratzt und bereits eingerissen präsentierte sich das Bild dem Betrachter. Zahlreiche Details waren gar nicht mehr erkennbar.

Deckengemälde vor der Restaurierung

Deckengemälde nach der Restaurierung

Es komme selten genug vor, so Restaurator Harald Wiedergut, dass man ein komplett jungfräuliches Gemälde zur Restaurierung erhält. Noch nie hatte einer seiner Kollegen in den vergangenen dreihundert Jahren Hand an dieses Bild gelegt.

Neben dem prachtvollen Schmuck des Perserkönig Xerxes und dem verschwendend gedeckten Tisch kam auch ein Mohr am rechten Bildrand zum Vorschein. Eine große Überraschung ist auch das vermutlich früheste bekannte Selbstporträt des Künstlers, der sich selbst am linken Bildrand als Betrachter abgebildet hat.

Bischof Jakob Maximilian von Thun hatte Schloss Grades, das seit den Anfängen im Besitz des Bistums war, in den 1720er Jahren umbauen und neu ausstatten lassen. In seinem Speisezimmer sollte die berühmte Tafelszene des alten Testaments, aus dem Buch Esther, zu sehen sein.

Noch bis September dieses Jahres dauern die Restaurierungen an. Barocke Prunkräume, die Gotische Rauchküche sowie die romanische Kapelle werden dann wieder in altem Glanz erstrahlen und im vollen Umfang der Öffentlichkeit zugängig gemacht.

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Nächster Tag des Innenhofes im September 2018    weiterlesen

Benefiz zur Rettung der alten Hammerschmiede in Vils

Benefiz zur Rettung der alten Hammerschmiede in Vils

 

Historischer Kontext.

Der Weiler St. Anna in Vils besteht aus einem Bauernhaus, einer alten Hammerschmiede, der St. Anna Kirche und oberhalb am Berg steht die Burgruine Vilsegg

1861 besuchte die bayerische Königsfamilie mit Königin Marie das erste mal die alte Hammerschmiede bei St. Anna unterhalb der Burg Vilsegg in Vils. Es sollten über 140 Besuche in den nächsten Jahren in Vils sein.

Ludwig, der spätere König Ludwig II., soll als 16 jähriger begeistert mit seinem Bruder Otto in den alten Mauern der Burg Vilsegg „geklettert“ sein und von dort oben die alte Burgruine Vorder- und Hinterhohenschwangau (Doppelburg) in Schwangau gesehen hat. Er soll zu seiner Mutter gesagt haben: „Dort will ich einmal ein Schloss bauen.“  Schon 8 Jahre später begann er mit dem Bau von Neuschwanstein.

Der Besitzer der Hammerschmiede hat für die Königin im 1. Stock des Bauernhauses ein Zimmer in den Farben weiß – blau ausmalen lassen, an den Wänden waren Blumengewinde und auf der Decke ein Strahlenstern gemalt. Leider wurden diese im 20.Jh. übermalt.

Eintragungen der Königin im Gästebuch:

„Heute das erste mal einen Pflug zum Vergnügen geführt.“

„Nun auch zu buttern versucht.“

Besucher laut Gästebuch waren:

König Max II. , Königin Marie, deren Söhne Ludwig und Otto, die Prinzen Karl v. Hessen-Darmstadt mit Sohn Wilhelm, die bayer. Prinzen Adalbert, Arnulf und Leopold, die Prinzessinnen Elisabeth von Hessen-Darmstadt, v. Luitpold, Therese von Bayern und eine Spanierin, deren Gemahl Prinz Adalbert war, die Erzherzoginnen Gisela von Österreich und v. Österreich –Este, Fürst Thurn und Taxis, die Grafen Aggenheim, Alfred, Ernst und Friedrich Dürckheim, Max Holnstein, Edmund Maldeghem, Mals, Heinrich v. d. Mühle, Max zu Pappenheim, Albert Roth, Wilhelm, Zech , die Gräfinnen Alexandrine, Anna und Olga Dürckheim, Charlotte Fugger, Fugger zu Kirchheim, Therese v. Maldeghem, Julie v. d. Mühle, Emma v. Oberndorff, Voldermin, die Freiherren Wilhelm v. Branke, Max Laroche, v. Malsen, von u. zu Rhein, Joseph v. Schleitheim, die Freiinnen v. Kreußer, v. Limpurk, v. Reichlin und Luise v. Schäffer-Bernstein.

Vilsegg

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EUHEF Wien 2014

14. – 16. November Wien.

Messe für Restaurierung, Sanierung, Pflege und Erhaltung von historischen Häusern, Gärten und Parkanlagen.

logoDie Messe wendet sich an Eigentümer, Betreiber und Verwalter von historischen Häusern, Gärten und Kirchen in privaten und öffentlichen Besitz, sowie an deren Mitarbeiter und Berater, wie Architekten, Restauratoren, Handwerker, die im Bereich Denkmalschutz aktiv sind und Kauf- und Investitionsentscheidungen treffen oder beeinflussen.

Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für die Restaurierung, Sanierung, Pflege und den Erhalt von Schlössern, Burgen, Herrenhäusern, Kirchen, historischen Stadtkernen, Industriedenkmalen und Kunst-werken bekommen dadurch die einmalige Gelegenheit mit potentiellen Kunden ins Gespräch zu kommen und bestehende Kundenbeziehungen zu pflegen.

Österreichische Burgenverein Messestand 63

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