Kategorie: Europa Nostra

Europa Nostra Awards 2019

PRESSEMITTEILUNG

Zeituhr 1938 unter den Preisträgern des

Europäischen Kulturerbepreises / Europa Nostra Awards 2019

 

Den Haag, 21. Mai 2019 – Die Gewinner des Europäischen Kulturerbepreises / Europa Nostra Awards 2019, Europas renommiertester Auszeichnung auf diesem Gebiet, die vom Programm Kreatives Europa unterstützt wird, wurden heute von der Europäischen Kommission und Europa Nostra, dem führenden europäischen Kulturerbenetzwerk, bekanntgegeben. 25 Preisträger aus 16 Ländern wurden für ihre beeindruckenden Leistungen in den Bereichen Erhaltung, Forschung, ehrenamtliches Engagement sowie Bildung, Ausbildung und Bewusstseinsbildung ausgezeichnet.  Unter den Preisträgern in der Kategorie Bildung, Ausbildung und Bewusstseinsbildung ist Zeituhr 1938, ein in Wien durchgeführtes Projekt. Die Gewinner werden bei einem hochkarätigen Festakt zur Verleihung des Europäischen Kulturerbepreises am 29. Oktober in Paris während des Europäischen Kulturerbekongresses geehrt.

Die Europa Nostra Awards werden auch an zwei bemerkenswerte Leistungen aus europäischen Ländern vergeben, die nicht am EU-Programm Kreatives Europa teilnehmen, nämlich die Schweiz und die Türkei.

Bürger aus ganz Europa und der ganzen Welt können jetzt online über den Publikumspreis abstimmen und Unterstützung für die Siegerleistung(en) aus ihrem eigenen oder einem anderen europäischen Land mobilisieren.

Weiterlesen

A Place to stay

A Place to stay – Dreihundert Jahre altes Winzerhaus adaptiert

Text:   Therese Backhausen

Fotos: Fam. Kodolitsch und Autorin

Weingut Kodolitsch

Im Fokus des Kulturerbejahres 2018 stand auch die kulturelle und historische Bedeutung der Weinbauarchitektur im Weltkulturerbe, dem EUROPA NOSTRA Austria eine Veranstaltung in Krems widmete. Es sind vielfältige Ausprägungen von Bautypen, die die traditionelle Weinbaukulturlandschaft bereichern. So auch mitten in den steirischen Weinbergen bei Leibnitz. Dort zieht sich als Motto, ein harmonisches Zusammenspiel aus alt und neu zu schaffen, durch ein Projekt, bei dem die Familie Kodolitsch ein bald dreihundert Jahre altes Winzerhaus revitalisiert und auf den neuesten Stand gebracht hat.

Nordwestseite Historische Aufnahme

Das heute als Wohn- und Eventgebäude genutzte Anwesen geht in seinen ältesten Bauteilen auf das Jahr 1745 zurück und befindet sich seit damals im Familienbesitz. Es war ein einfacher, zweigeschossiger und satteldachgedeckter Baukörper über rechteckigem Grundriss mit Fenster- und Türgewänden aus Aflenzer Sandstein. Im Dachgeschoss befand sich die Wohnung des Weingutbesitzers, im Erdgeschoß war die Baumkelter untergebracht und im von außen begehbaren, mehrjochigen, stichkappengewölbten Weinkeller mit barockem Türgitter wurden die Weinfässer gelagert.

Anbau Südwestfront

Ziel der Generalsanierung war es, den Charme des Baukörpers weitgehend zu bewahren und mit moderner Infrastruktur zu verbinden, das Haus optisch zu belichten und belüften, dabei aber möglichst viel Substanz zu erhalten. Es wurde nach Lösungen gesucht, die Bestand haben. Dieser hohe Anspruch und die damit verbundenen Herausforderungen führten dazu, dass durch ein intelligentes Sanierungskonzept mehr Wohnraum geschaffen und ein behagliches Ensemble entwickelt wurde, das seine Ausstrahlung durch einen überzeugenden Mix aus Alt und Neu bezieht. Geschmack und viel Fingerspitzengefühl waren bei diesem Haus mit so langer Tradition Voraussetzung.

Nordwestseite nach dem Umbau

Südwestseitig wurde der bestehende Bau aufgebrochen und über die gesamte Hauslänge erweitert. Durch große Glasfronten bezieht dieser verandaartige Zubau, an den sich außen eine großzügige Holzpergola anschließt, sein Licht. Die räumliche Erweiterung an der Nordwestfassade wurde nach außen durch eine vorgesetzte Raumschicht – es handelt sich dabei um in Holzfarbe gestrichenen Sichtbeton in Holzbrettschaltung – mit offener Veranda und einer den Eingangsbereich einbeziehenden Pergola erzielt. Im Inneren durch die Öffnung nach oben bis zum Giebel. Dort dominiert ein die gesamte Giebelfront einnehmendes Glasfenster, das gemeinsam mit den neuen, bis zum Boden reichenden Fensteröffnungen auch hier großzügig Licht spendet. Das Dachgeschoß wurde mittels zwei Gauben vergrößert und der südöstlichen Giebelfront ebenfalls ein großzügiges Glasfenster einverleibt. Auch die Fassaden des alten Hauses haben ihre Sanierung erhalten. Dass sich Historie wunderbar ins Heute transportieren lässt, beweist der behutsam restaurierte, ziegelsichtige Gewölbekeller, dessen ursprünglicher Lehmboden mit handgeschlagenen historischen Ziegeln, die aus zwei abgetragenen Scheunen stammen, gepflastert wurde.

Weinkeller

Allen historischen Bereichen hat man sein Daseinsrecht gelassen. Man kann dies an den Außenseiten ablesen: alles was neu ist, äußert sich optisch durch modernes Wohnbauambiente im Gegensatz zu den verdichteten historischen Teilen. Die Ablesbarkeit von Alt und Neu offenbart sich außen wie innen überall. Sei es nun, dass zwei historische, die ehemalige Überdachung der Eingangsfront tragende Säulen ins neue Ensemble integriert wurden, sei es, dass die profilierten Sandsteineinfassungen der originalen Türen und Fenster mit den barocken Gittern erhalten wurden. Mit den sorgsam restaurierten barocken Türen samt Supraporten, Holztramdecken, Kästen und Truhen sowie dem Kachelofen geben diese repräsentativen Ausstattungsteile einen Eindruck vom Selbstverständnis ihrer Bauherren. Ein Eyecatcher ist die Baumkelter, die, dort belassen wo sie war, in das Ambiente integriert wurde. Aus ihren Holzladen entstand u.a. der Esstisch, aus ihrer Presse der Couchtisch.

Nordostseite

Ästhetisch aber ist es weit mehr, nämlich ein modernes Ambiente auf der Grundlage des überkommenen Baubestands, dem man sehr gekonnt zu einem neuen Leben verholfen hat.

Mit engem Bezug zur Landschaft handelt es sich hier um eine gelungene Verbindung von historischem Winzerhaus und modernem Begegnungszentrum.

 

Nordwestfront
Nordwestseite während des Umbaues

„Kulturgüterschutz konkret“

 

The Buzludzha Monument Bulgarian
Text:   Therese Backhaussen
Fotos: EUROPA NOSTRA

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kulturgüterschutz konkret“ fand am 08. März 2019 in Kooperation mit Europa Nostra Austria an der Donau- Universität Krems ein Vortrag des Leitenden Vizepräsidenten von Europa Nostra, Dr. Guy Clausse, über die am meisten gefährdeten Monumente der Welt statt.

The Prinkipo Greek Orphanage

 Nach Begrüßungsworten des Dekans, Univ. Prof. Dr. Christian Hanus und einführenden Worten des designierten Präsidenten von Europa Nostra Austria, HR Dr. Andreas Lehne, skizzierte der Vortragende Dr. Clausse die Gesamtaktivitäten des 1963 in Paris gegründeten und seit 1989 in Den Haag ansässigen Vereines, der sich – als Stimme der Zivilgesellschaft – für den Schutz und die Förderung des kulturellen Erbes Europas einsetzt. Die wesentlichen drei Säulen sind Lobbying, Award-Verleihung und Engagement für gefährdetes Erbe.

Der Award, die Auslobung des „Preises der Europäischen Union für das Kulturerbe/Europa Nostra Preis“, wird jährlich für beispielhafte Leistungen für das kulturelle Erbe verliehen. In Österreich wurden die Gustav Klimt Memorial Society in Wien, die Gozzoburg in Krems und in Innsbruck die Seilbahnstation der Nordkette ausgezeichnet.

Im Fokus des Vortrages stand danach die Präsentation des seit 2013 bestehenden Programms „7 Most Endangered“. Bisher wurden in den Jahren 2013, 2014 und 2016 insgesamt 29 als besonders gefährdet geltende Denkmäler und Stätten ausgewählt und auf die Liste gesetzt. 3 davon konnten erfolgreich abgeschlossen werden, 6 befinden sich im guten Fortschrittsstadium, bei 9 Objekten hat sich noch wenig getan und 2 wurden noch nicht bzw. kaum angegangen. Soferne es sinnvoll ist, sind andere Verwendungen zu finden da historische Nutzungen heute obsolet sind wie z.B. Festungsanlagen.

Die 7 im Jahr 2018 auf die Liste gesetzten Objekte befinden sich in Albanien, Bulgarien, Georgien, Großbritannien, Österreich, Rumänien und der Türkei:

1.) Die Post-Byzantinischen Kirchen in Voskopoja und Vithkuqi in Südostalbanien. Sie zählen zu den repräsentativsten kirchlichen Monumenten des 17. und 18. Jh. Krieg,  Plünderungen und natürlicher Verfall setzten diesen 12 Kirchen zu.

2.) Das Buzludzha Monument in Bulgarien, 1981 erbaut als Denkmal zu Ehren der kommunistischen Partei, nur 8 Jahre genützt, danach herrenlos und Diebstahl, Vandalismus und Wetter ausgesetzt. Es soll als Platz des Erinnerns erhalten werden.

3.) Die David Gareji Klöster und Eremitage in Ostgeorgien. Ins 6. Jh. zurückreichend, gilt das Ensemble von 22 in Fels gehauenen Klöstern mit mehr als 5000 Heiligtümern und     Höhlenzellen in ihrer Kombination aus Felsarchitektur, Mittelaltermauern, prähistorischer Archäologie und paläantologischen Feldern als Meisterwerk Georgischer Kultur.

4.) Das Constanta Casino in Rumänien. 1910 erbaut aus Stahlbeton und Holz, seit den 2000er Jahren leerstehend. Metallkorrosion und Rost, von Wind und Wetter zerschlagene Fenster, ein drohender Dacheinsturz setzen dem Bau zu.

5.) Das Prinkipo Greek Orphenage, Princes´ Islands, Türkei. 1899 als griech. Waisenhaus erbaut und bis 1964 genutzt, ist es der größte Holzbau Europas und zweitgrößter der Welt. Vernachlässigung und Verfall, ein Feuer 1980, Wind und Wetter, heruntergebrochene Dachteile fördern einen Kollaps.

6.) Die Grimsby Ice Factory in Großbritannien. 1900 erbaut, gilt sie als älteste Eisfabrik. 1990 geschlossen, ist die Anlage wohl als prominenteste Erinnerung an Grimsby´s Fisch- und Seehandel.

7.) Das Historische Zentrum in Wien. Aufgrund des Projektes am Heumarkt läuft Wien Gefahr, den UNESCO-Status zu verlieren. Es gilt hier nicht so wie bei den anderen etwas zu renovieren sondern etwas zu verhindern.

Am Ende des Vortrages kam es mit regen Wortmeldungen zu einer spannenden Diskussion.

www.europanostra.org

www.europeanheritageawards.eu

www.europeanheritageallicance.eu

Europa Nostra

To all members of the Europa Nostra Board and Council

On behalf of Europa Nostra’s Executive President Hermann Parzinger and Secretary General Sneška Quaedvlieg-Mihailović, I am pleased to share with you the Joint Press Release about the signature of our Berlin Call to Action “Cultural Heritage for the Future of Europe” by the European Investment Bank.

Emma Navarro, Vice-President of the EIB, signed the document at a special ceremony held yesterday evening at the Boghossian Foundation – Villa Empain in Brussels, and handed it to Europa Nostra’s Executive President Hermann Parzinger in the presence of high-level representatives from the European Investment Bank, the EIB Institute and Europa Nostra as well as the European Commission, the European Economic and Social Committee and members of the European Heritage Alliance 3.3.

You can read and download the full Press Release in English on the Europa Nostra website and in French on the European Investment Bank website.

A selection of photos of this special ceremony can be viewed and downloaded here.  

We encourage you to further disseminate this important Press Release and to share the messages that we posted on our Twitter and Facebook.

Last but not least, I wish to convey to all of you – on behalf of Europa Nostra’s Executive President, Secretary General and Staff members – our very best wishes for the New Year

We stay at your disposal.

Best regards,

Joana Pinheiro

Communications Coordinator

EUROPA NOSTRA

+31 70 302 40 55 | +31 6 34 36 59 85

www.europanostra.org

State of the Union speech

Europa Nostra’s reaction to President Juncker’s State of the Union speech

European Commission President Jean-Claude Juncker addressed the European Parliament in Strasbourg today in his annual State of the Union speech, taking stock of Europe’s political situation and outlining priorities for 2018, the year which coincides with the European Year of Cultural Heritage.

Juncker’s third State of the Union speech was delivered under the motto “wind in our sails”, calling the current situation a “window of opportunity” to shape the future of Europe. When outlining his “personal scenario number 6” for the future of the European Union, the EC President stressed his firm “love for Europe”: “Love for Europe because Europe and the European Union have achieved something unique in this fraying world: peace within and outside of Europe. Prosperity for many if not yet for all. This is something we have to remember during the European Year of Cultural Heritage. 2018 must be a celebration of cultural diversity”. The European Parliament welcomed the reference to the European Year with a strong applause.

© EUROPEAN UNION, 2017 / SOURCE: EC – AUDIOVISUAL SERVICE / PHOTO: ETIENNE ANSOTTE

Weiterlesen

European Year of Cultural Heritage 2018

BREAKING NEWS: European Commission publishes proposal for the European Year of Cultural Heritage 2018

Brussels / The Hague, 30 August 2016 – In time for the political rentrée in September, the European Commission has today published its long-awaited proposal for the European Year of Cultural Heritage 2018. After the initial announcement by EU Commissioner Tibor Navracsics in April 2016, the Commission’s detailed proposal now sets the framework in which the European Year will take place. It sends a strong signal to both citizens and policy-makers that cultural heritage matters for Europe and is at the heart of what connects peoples, cities, regions and countries in Europe.

Weiterlesen

Protection of heritage has become a humanitarian imperative and a security issue

UNESCO’s Director-General: “The protection of heritage has become a humanitarian imperative and a security issue”

We are delighted to inform you that the full press release prepared by Europa Nostra was posted this morning on the UNESCO website.

Silvia Fernández de Gurmendi, Irina Bokova, Sada Mire, and Sneška Quaedvlieg-Mihailović. Photo: Europa Nostra
Silvia Fernández de Gurmendi, Irina Bokova, Sada Mire, and Sneška Quaedvlieg-Mihailović. Photo: Europa Nostra

PRESS RELEASE

“The destruction of heritage is inseparable from the persecution of people. This is why we consider the protection of cultural heritage today as far more than a cultural issue. This has become a humanitarian imperative, and a security issue,” stated UNESCO’s Director-General Irina Bokova yesterday in The Hague during the Europe Lecture 2016, organised by the European Lecture Weiterlesen

Spring ENewsletter Europa Nostra

EuropaNostra_redSpring 2016

 

 

 

Banner-d-Newsletter622px

Venice Lagoon: THE Most Endangered Site in Europe

Europa Nostra, through the voice of its President, Maestro Plácido Domingo, has urged the international community and the authorities at all levels to join forces to save the Venice Lagoon which is seriously endangered by climate change and by various forms of unsuitable (tourism) development. Plácido Domingo made this appeal in a video message (Italian and English) broadcast at a public event held on 16 March in Venice by Europa Nostra and the European Investment Bank Institute. Watch video

Weiterlesen