Exklusives Zusatzangebot für Sie

Sehr geehrte Damen und Herren,

Wir haben ein exklusives Zusatzangebot für Sie!

Lernen Sie das Haydn-Haus Eisenstadt bei freiem Eintritt kennen.
Das Haydn-Haus ist das ehemalige Wohnhaus des großen Komponisten
und damit ein historischer und authentischer Schauplatz.
Das Angebot ist nur mit einer gültigen Herbstgold-Konzertkarte für den 21. und 22. September 2019 gültig.
Das Haydn-Haus Eisenstadt Team freut sich auf Ihr Kommen!
Mehr Infos

Tickets & Informationen

Ticketbüro pan.event
Esterházyplatz 4
7000 Eisenstadt
Mo – Fr 9 – 17 Uhr
T +43 2682 65 0 65
tickets@panevent.at
operimsteinbruch.at
esterhazy.at

 

Zeiller Bilder am Zeillerplatz

Maria Himmelskönigin

Zeiller Bilder am Zeillerplatz

Reinhold Schrettl präsentiert bei Markus Saletz Lieblingsweine

vom 1. Juli bis 30. August 2019

Bilder der berühmten Reuttener Barockmalerfamilie:

Paul Zeiller, Johann Jakob Zeiller und Franz Anton Zeiller,

Masken vom kürzlich verstorbenen Künstler Sepp Kieltrunk aus Heiterwang, Bilder vom Igler Pfarrer Magnus Roth aus Vils, ein Bronzekreuz von Prof. Rudolf Geissler Moroder und Bilder von Silvia Skelac aus Vils.

Die Werke können während der Öffnungszeiten, Montag bis Freitag 10 bis 12 und 14 bis 18 Uhr besichtigt und erworben werden.

Masken, Sepp Kieltrunk                                                                                        a 900,-

Kreuz, Prof. Geissler Moroder                                                                               900,-

Blau, Silvia Skelac                                                                                                      400,-

Rot, Silvia Skelac                                                                                                        400,-

Maria Himmelskönigin, Paul Zeiller (1658-1738)                                          3.500,-

Maria Hilf, Johann Jakob Zeiller (1708-1783)                                     3.500

Rebecca am Brunnen, Franz Anton Zeiller (1716-1793)                              3.500,-

Ehrenberger Klaus, Larwin                                                                                      200,-

Baum, Magnus Roth, Vils – Igls                                                                              600,-

Form, Magnus Roth, Vils – Igls                                                                               400,-

Silvia Skelac
Reinhold Schrettl
Untermarkt 18
6600 Reutte
+43 5672 62488

 

Europa Nostra Awards 2019

PRESSEMITTEILUNG

Zeituhr 1938 unter den Preisträgern des

Europäischen Kulturerbepreises / Europa Nostra Awards 2019

 

Den Haag, 21. Mai 2019 – Die Gewinner des Europäischen Kulturerbepreises / Europa Nostra Awards 2019, Europas renommiertester Auszeichnung auf diesem Gebiet, die vom Programm Kreatives Europa unterstützt wird, wurden heute von der Europäischen Kommission und Europa Nostra, dem führenden europäischen Kulturerbenetzwerk, bekanntgegeben. 25 Preisträger aus 16 Ländern wurden für ihre beeindruckenden Leistungen in den Bereichen Erhaltung, Forschung, ehrenamtliches Engagement sowie Bildung, Ausbildung und Bewusstseinsbildung ausgezeichnet.  Unter den Preisträgern in der Kategorie Bildung, Ausbildung und Bewusstseinsbildung ist Zeituhr 1938, ein in Wien durchgeführtes Projekt. Die Gewinner werden bei einem hochkarätigen Festakt zur Verleihung des Europäischen Kulturerbepreises am 29. Oktober in Paris während des Europäischen Kulturerbekongresses geehrt.

Die Europa Nostra Awards werden auch an zwei bemerkenswerte Leistungen aus europäischen Ländern vergeben, die nicht am EU-Programm Kreatives Europa teilnehmen, nämlich die Schweiz und die Türkei.

Bürger aus ganz Europa und der ganzen Welt können jetzt online über den Publikumspreis abstimmen und Unterstützung für die Siegerleistung(en) aus ihrem eigenen oder einem anderen europäischen Land mobilisieren.

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Frühling Buchempfehlungen


Lost Places: Geisterhäuser – Verlassene Orte in den Alpen. Stefan Hefeles Natur- und Architektur-Bildband über geheimnisvolle und vergessene Orte, Fabriken und Kriegsruinen in den Alpen. 

Autor:  Eugen E. Hüsler

Die Alpen gelten als unberührter Naturraum. Dabei werden die Berge im Herzen Europas seit Jahrtausenden von Menschen besiedelt und genutzt. Bauern, Händler, Kriegsheere und der Tourismus haben in der Landschaft Spuren hinterlassen: Menschenwerk, aus Stein wie die Gipfel rundum, der Natur abgetrotzt, später dem Verfall überlassen. Stefan Hefele zeichnet in seinen epischen Bildern diese untergegangene Welt, er nimmt uns mit auf eine Reise zu verlassenen Dörfern, auf alte Kriegswege und zu Industrie- und Tourismusruinen. Alpenkenner Eugen E. Hüsler macht in seinen Texten die Geschichte dieser Lost Places sichtbar.

ISBN 9783734311031


Aufgelassene Wirtshäuser, Schulen, die nun anderen Zwecken dienen, Spuren eingestellter Bahnstrecken, Greißler, Fleischer oder Bäckereien, die schon lange zugesperrt haben, kleinere Betriebe wie Schmiedewerkstätten, verfallende Bauernhäuser und Kinos, die längst anderen Zwecken dienen …

Autor: Karl Zellhofer

Dieses Buch ist die Fortsetzung des erfolgreichen Titels „Verschwundenes Weinviertel“ von Karl und Martin Zellhofer. Das Marchfeld gehört geografisch zwar zum Weinviertel, ist aber eine Region, die sich doch etwas vom übrigen Viertel unterscheidet – landschaftlich, wirtschaftlich und historisch. Deshalb wurde diese Region auch im Buch „Verschwundenes Weinviertel“ ausgespart.

Nun legt Karl Zellhofer, unterstützt von Gottfried Laf Wurm, der Gedanken zum Thema verfasst hat, den Bildband „Verschwundenes Marchfeld“ vor. Das Marchfeld hat seit den 1960er-Jahren eine ähnliche infrastrukturelle Entwicklung wie das Weinviertel hinter sich: Viele Wirtshäuser und Greißler sind verschwunden, nach der Schließung der kleinen Dorfschulen besuchen die Kinder heute Zentralschulen in größeren Orten, Nebenbahnen wurden eingestellt und wenig frequentierte Haltestellen aufgelassen. Kinos sind längst Vergangenheit, alte Bauernhäuser zum Verfall verurteilt, Milchhäuser wegen der Aufgabe der Milchwirtschaft funktionslos geworden.

Gartentage in Schloss Kohfidisch 2019

Kalender

 

Schloss Kohfidisch: Grüne Erfolgsgeschichte

Martina Schabhüttl

Die Gartentage im Schloss Kohfidisch gehen heuer bereits zum vierten Mal über die Bühne.

Die Veranstaltung ist längst zum Fixtermin für passionierte Gärtner und Aussteller aus dem In- und Ausland geworden.

Ausgefallene Prachtstauden, seltene Schattengewächse, blühende Rosen und Kletterpflanzen, Sukkulenten und Kakteen. Dazu heimische Obst- und Gemüseraritäten, schmackhafte Pilze und Kräuter. Schloss Kohfidisch verwandelt sich heuer Anfang Juni bereits zum vierten Mal zu einem begehrten Hot Spot für Gartenliebhaber. Beim Rundgang durch den Schlosspark finden die Besucher aber nicht nur Grünzeug, auch individuelle Dekorationen für Drinnnen und Draussen, hochwertiges Gartenwerkzeug, Keramik und Outdoormöbel werden angeboten. Was auffällt: das Angebot ist angenehm kitschbefreit. Grund dafür: Organisatorin Martina Schabhüttl achtet mit Argusaugen darauf, dass bei ihren Anbietern die Qualität stimmt. Wer hier ausstellen möchte, muss schon etwas ganz Besonderes für anspruchsvolle Gärtner bieten.

FRAUEN POWER. Als Gartenenthusiastin Martina Schabhüttl und Schlossbesitzerin Sarah Keil vor rund 5 Jahren die Idee zu den Gartentagen im Kohfidischer Schloss hatten, wurden die beiden noch ausgelacht. „Im Burgenland gibt es keine Tradition zum Garteln“, hieß es. „Und wer soll bitte wegen so was extra nach Kohfidisch kommen“, unkten die Zweifler.

Diese täuschten sich enorm. Denn mit der Philosophie „Eine hochwertige Veranstaltung für begeisterte Gärtner zu kreieren“ lagen die beiden goldrichtig. Bei den Gartentagen im Schloss Kohfidisch stehen die Pflanzen im Mitttelpunkt. Aussteller und Besucher fachsimpeln, teilen wertvolle Tipps. „Die Gartentage sind richtig gut aufgezogen. Der Aussteller-Mix passt, das Thema Pflanzen und Garten überwiegt, dadurch ist es so eine Erfolgsgeschichte“, lobt auch der renommierte Staudengärnter Christian Kress – Aussteller der ersten Stunde in Kohfidisch.

Auch heuer werden wieder rund hundert Aussteller aus dem In-und Ausland erwartet. Die beiden Veranstalterinnen legen sehr großen Wert auf einen harmonischen Mix und darauf, dass möglichst viele heimische Betriebe vertreten sind. Regionalität ist auch bei der Aufzucht der Pflanzen ein Thema. Der Großteil der angebotenen Pflanzen stammt aus heimischem Freilandanbau. Diese sind dadurch wesentlich widerstandsfähiger als die handelsübliche Glashausware.

Der historische Schlossgarten in Kohfidisch hat seine Tore für die Gartentage 2019 am 1. und 2. Juni von 10h-18h geöffnet.

Gartentage im Schloss 2019 – das sind die Highlights

Die beiden Organisatorinnen Schlossbesitzerin Sarah Keil und Martina Schabhüttl haben uns verraten, auf was wir uns bei den Gartentagen 2019 besonders freuen dürfen.

Wie haben sich die Gartentage entwickelt

Martina Schabhüttl: Bei der Premiere 2016  haben uns viele prophezeit: Das wird nie was. Aber die Gartentage im Schloss waren sofort ein Erfolg, der zum Glück bis heute anhält. Sarah und ich wollen passionierte Gärtner und Naturliebhaber ansprechen. Menschen, die Pflanzen lieben und sich austauschen wollen. Interessierte finden bei uns nicht nur seltene Pflanzenraritäten, sondern auch wertvolle kostenlose Beratung an den Ständen.

Was freut Euch besonders?

Sarah Keil: Die Begeisterung mit der unsere Aussteller bei der Sache sind.

Sie haben kreative Ideen für ihre Standaufbauten, wetteifern mit ungebremster Leidenschaft.

Hunderte Anfragen, tausende Besucher: Wie seid Ihr so schnell so bekannt geworden?

Martina Schabhüttl: Gärtner sind zum Glück gut vernetzt. Social Media hat uns sehr geholfen, renommierte Gärtner zu erreichen. Und die, die da waren, haben dann zum Glück kräftig Mundpropaganda für uns gemacht.

Worauf dürfen wir uns heuer freuen?

Sarah Keil: Wir haben wieder viele interessante Betriebe aus der Gegend. Neu ist zum Beispiel Silvia Schermann aus Bergwerk, die unter dem Label „Krokusette“ Safran anbaut. Aus dem nahen Ungarn begrüßen wir einen neuen Betrieb, welcher sich auf die Vermehrung von Hortensien spezialisiert hat.

Martina Schabhüttl: Auch das Thema Natur im Garten ist uns wichtig. Das Volksbildungwerk wird Ideen präsentieren, wie Gemeinden und Kommunen öde Rasenflächen in ein blühendes Paradies für Insekten verwandeln können. Die Grüne Werkstatt aus der Steiermark wird einen Sensenmähkurs abhalten.

Was ist Euer Motto 2019?

Sarah Keil: Wir haben uns vom Zaubergarten aus der Geschichte Alice im Wunderland inspirieren lassen.

Martina Schabhüttl: Es wird einen Croquetplatz, weisse und rote Rosenbäumchen, Karten mit wunderbaren Sprüchen aus der Geschichte geben und alle bekannten Figuren. Hutmacher, Grinsekatze, Herzkönigin, Kaninchen, Blaue Raupe und vieles mehr geben. Auch einige unserer Aussteller werden das Thema aufgreifen.

Was essen hungrige Gärtner heuer in Kohfidisch?

Sarah Keil: Die Auswahl ist wieder groß und reicht von italienischem Nudelsalat und Panini, über Langos, Käseraclette und Fish & Chips bis zu Spanferkelbraten, burgenländischen Mehlspeisen und Softeis. Dazu gibt es renionale Weine und neu: burgenländischen Gin.

Euer skurilstes High Light in diesem Jahr?

Martina Schabhüttl: Besonder alte Gräber mit einer sehenswerten Alljahresbepflanzung.

Schloss Wildenau

Schloss Wildenau – ein Torso erlebt seine Wiedergeburt

Text:   Therese Backhausen

Fotos: Fam. Rastorfer und Autorin

Schloss Wildenau

In Wildenau, einer Katastralgemeinde von Aspach im Bezirk Braunau, steht vom ehemaligen Wasserschloss, das wahrscheinlich zu einem der ältesten Schlösser des Innviertels zu zählen ist, nur mehr der denkmalgeschützte Ostteil des Hauptschlosses. Dieser war in akuter Gefahr und von enormem Sanierungsbedarf. Mit viel Herzblut wurde das von der Zeit vergessene Anwesen vom neuen Eigentümer, der Familie Rastorfer aus Bayern, gerettet.

Renovierung Fassade

Der erhaltene Bestand ist ein dreigeschossiger, einfacher Baukörper über rechteckigem Grundriss mit Satteldächern sowie einem Blechdachreiter über dem Kapellendachstuhl. In der um 1570 als Eingangs- und Hauptschauseite ausgebildeten und ehemals wegen der Seitenflügel geschützten Ostfassade befindet sich ein offener, vierbogiger Pfeilerarkadengang im Erdgeschoß mit darüberliegenden, heute verglasten Laubengängen im 1. u. 2. Stock. Im südöstlichen Teil befindet sich die wahrscheinlich nachträglich untergebrachte, zweigeschossige Schlosskapelle hll. Georg und Kilian. Ebenso wurde sie im 3. Viertel des 19. Jh. durch Herausbrechen der Erdgeschoßdecke vom 1. Stock in das Erdgeschoß verlegt. Die Kapelle dient heute als Filialkirche des Ortsteiles Wildenau. Deren bewegliche, aus dem 17. u. 18. Jh. stammende Ausstattung – es handelt sich um Arbeiten aus der Schwanthalerwerkstätte – steht im Eigentum der Pfarre Aspach. Während das Erdgeschoss des Gebäudes tonnengewölbt ist, finden sich in den oberen Geschoßen flache Decken. Im 2. Stock sind zwei perlstabverzierte Holzflachdecken aus dem 17. Jh. erhalten und an einer Wand eine bedeutende, wohl aus der Spätgotik stammende Freskierung mit zwei musizierenden Figuren und einem einander zugetanes Paar inmitten floraler Rankenmotive.

Sandsteinmadonna aus dem Jahre 1651, ehemals im Torturm, heute Privatbesitz

1383 erstmals urkundlich erwähnt, vermutlich aber von älterer Bausubstanz, blieb Schloss Wildenau, das auf einer Insel in viereckig angelegtem Teich erbaut wurde und mit Torturm, dreigeschossigem Palas und angebauten Seitenflügeln rund um einen geschlossenen Innenhof ausgestattet war, bis 1764 im Besitz der landesgeschichtlich bedeutsamen Familie Aham. Diese zählten zu den wichtigsten Grundbesitzern im Raum des heutigen Innviertels, das damals bayerisch war. In ihre Zeit fällt der Spanische Erbfolgekrieg, in dem es 1703 seitens der österreichischen Militärherrschaft zu argen Plünderungen kam. Auch Wildenau wurde zum Ziel der Übergriffe. Kapelle und Bibliothek blieben aber verschont.[1] Unter den nächsten Besitzern, der Familie von Imsland – die Familien Aham und Imsland waren verwandt – wurde das Schloss nochmals prächtig ausgestattet. Ein Brand von 1809 devastierte den hinter dem Torturm liegenden Trakt. Da er äußerlich aber weitgehend unbeschädigt blieb, unterließ man seine Sanierung. Unter Imslands hochverschuldetem Erben, der das wertvolle Archiv zwar noch retten konnte, begann der Untergang. Er konnte den Besitz, der in der ersten Hälfte des 19. Jh. trotz Feuer- und Plünderungsschäden in den Franzosenkriegen im wesentlichen sein Aussehen samt Barockgärten beibehielt, finanziell nicht mehr halten. Er veräußerte ihn an einen Güterspekulanten, der ab 1882 mangels Interesse am Erhalt die wertvolle Ausstattung verkaufte und die umfangreiche Bibliothek samt Archiv einstampfen ließ. Vor allem aber entzog er dem Anwesen die Existenzgrundlage: den Gutsbesitz. Grund, Wälder und Vieh wurden verschleudert, der das Areal umgebende Weiher weitgehend eingeebnet und als Wiese verkauft. In die Ställe wurden Wohnungen adaptiert. Letztendlich ließ er nach und nach wesentliche Teile der Bausubstanz abbrechen. Der übriggebliebene und heute noch existierende Teil wurde seines oberen Stockwerkes, in dem sich die Prunkräume mit Deckenfresken befanden, beraubt. Ein Brand von 1880 tat seines dazu bei. Eine Reihe weiterer Eigentümer konnte den Bau zwar notdürftig erhalten, war aber nicht in der Lage, umfassende Renovierungen zu realisieren, sodass der Bau weiter verfiel.

Für die jetzigen Besitzer musste die erste Begegnung mit diesem dem Verfall preisgegebenen, teilweise mit Efeu überwucherten Torso wie eine Reise in eine Zwischenwelt, in der ehemalige Pracht sich in Morbidität wandelte, gewesen sein.

Schloss Wildenau um 1850

Alles fand sich in ruinös verwahrlostem Zustand. Um das Anwesen herum war ein verwilderter Park und das Gebäude aufgrund der allgegenwärtigen Feuchtschäden und Einsturzgefahr dem Vernehmen der Gemeinde nach nicht mehr betretbar. Die dringendsten Arbeiten waren demnach die Rodung des Geländes, die Ausbesserung des Dachstuhles sowie die Neueindeckung des Daches. Die Fenster – jene der Nordseite wurden im Schutt gefunden – konnten mit Ausnahme der Laubengänge, wo die ursprünglichen Fenster restauriert wurden, nicht mehr gerettet werden. Die über die Hausseiten verteilten Mauerrisse wurden zwar saniert, sie stellen aber bis heute ein erhebliches Problem dar und müssen noch abgeklärt werden. Originalelemente wie die alten Holzböden, Türen bzw. historischen, ostseitigen Steintreppen wurden erhalten. Im Zuge der Innenrestaurierung konnten die bis dato nur fragmentarisch restaurierten Reste des spätgotischen Freskos an der einen Wand größtenteils weiter freigelegt werden. Letztendlich wurde das Gelände auf ein Niveau gebracht und eine neue Drainage rund um das Haus angelegt. Auch die Gebäudetechnik samt Wasserversorgung und Elektrik musste komplett erneuert werden.

Spätgotische Fresken im 2.Stock

Soweit möglich, war das Ziel der Sanierung, dem Bau insgersamt ein Maximum seines historischen Gesichtes zu erhalten. Die Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt, das aufgrund der Bedeutung des Hauses in die Arbeiten laufend involviert war, wird als sehr gut geschildert.

Jetzt erstrahlt der Torso in neuem Glanz und wird in Zukunft vielseitig genutzt werden. Dazu bieten sich wegen der integrierten Kirche Taufen und Hochzeiten besonders an.

[1] OÖ Nachrichten v. 12. Mai 2012

SO-Wand

Literatur:

Sebastian Mitterbauer (2010): Der Untergang von Schloss Wildenau – Der Bundschuh – Schriftenreihe des Museums Innviertler Volkskundehaus – 13_2010, S 63-69

OÖ Nachrichten v. 12. Mai 2010

 

A Place to stay

A Place to stay – Dreihundert Jahre altes Winzerhaus adaptiert

Text:   Therese Backhausen

Fotos: Fam. Kodolitsch und Autorin

Weingut Kodolitsch

Im Fokus des Kulturerbejahres 2018 stand auch die kulturelle und historische Bedeutung der Weinbauarchitektur im Weltkulturerbe, dem EUROPA NOSTRA Austria eine Veranstaltung in Krems widmete. Es sind vielfältige Ausprägungen von Bautypen, die die traditionelle Weinbaukulturlandschaft bereichern. So auch mitten in den steirischen Weinbergen bei Leibnitz. Dort zieht sich als Motto, ein harmonisches Zusammenspiel aus alt und neu zu schaffen, durch ein Projekt, bei dem die Familie Kodolitsch ein bald dreihundert Jahre altes Winzerhaus revitalisiert und auf den neuesten Stand gebracht hat.

Nordwestseite Historische Aufnahme

Das heute als Wohn- und Eventgebäude genutzte Anwesen geht in seinen ältesten Bauteilen auf das Jahr 1745 zurück und befindet sich seit damals im Familienbesitz. Es war ein einfacher, zweigeschossiger und satteldachgedeckter Baukörper über rechteckigem Grundriss mit Fenster- und Türgewänden aus Aflenzer Sandstein. Im Dachgeschoss befand sich die Wohnung des Weingutbesitzers, im Erdgeschoß war die Baumkelter untergebracht und im von außen begehbaren, mehrjochigen, stichkappengewölbten Weinkeller mit barockem Türgitter wurden die Weinfässer gelagert.

Anbau Südwestfront

Ziel der Generalsanierung war es, den Charme des Baukörpers weitgehend zu bewahren und mit moderner Infrastruktur zu verbinden, das Haus optisch zu belichten und belüften, dabei aber möglichst viel Substanz zu erhalten. Es wurde nach Lösungen gesucht, die Bestand haben. Dieser hohe Anspruch und die damit verbundenen Herausforderungen führten dazu, dass durch ein intelligentes Sanierungskonzept mehr Wohnraum geschaffen und ein behagliches Ensemble entwickelt wurde, das seine Ausstrahlung durch einen überzeugenden Mix aus Alt und Neu bezieht. Geschmack und viel Fingerspitzengefühl waren bei diesem Haus mit so langer Tradition Voraussetzung.

Nordwestseite nach dem Umbau

Südwestseitig wurde der bestehende Bau aufgebrochen und über die gesamte Hauslänge erweitert. Durch große Glasfronten bezieht dieser verandaartige Zubau, an den sich außen eine großzügige Holzpergola anschließt, sein Licht. Die räumliche Erweiterung an der Nordwestfassade wurde nach außen durch eine vorgesetzte Raumschicht – es handelt sich dabei um in Holzfarbe gestrichenen Sichtbeton in Holzbrettschaltung – mit offener Veranda und einer den Eingangsbereich einbeziehenden Pergola erzielt. Im Inneren durch die Öffnung nach oben bis zum Giebel. Dort dominiert ein die gesamte Giebelfront einnehmendes Glasfenster, das gemeinsam mit den neuen, bis zum Boden reichenden Fensteröffnungen auch hier großzügig Licht spendet. Das Dachgeschoß wurde mittels zwei Gauben vergrößert und der südöstlichen Giebelfront ebenfalls ein großzügiges Glasfenster einverleibt. Auch die Fassaden des alten Hauses haben ihre Sanierung erhalten. Dass sich Historie wunderbar ins Heute transportieren lässt, beweist der behutsam restaurierte, ziegelsichtige Gewölbekeller, dessen ursprünglicher Lehmboden mit handgeschlagenen historischen Ziegeln, die aus zwei abgetragenen Scheunen stammen, gepflastert wurde.

Weinkeller

Allen historischen Bereichen hat man sein Daseinsrecht gelassen. Man kann dies an den Außenseiten ablesen: alles was neu ist, äußert sich optisch durch modernes Wohnbauambiente im Gegensatz zu den verdichteten historischen Teilen. Die Ablesbarkeit von Alt und Neu offenbart sich außen wie innen überall. Sei es nun, dass zwei historische, die ehemalige Überdachung der Eingangsfront tragende Säulen ins neue Ensemble integriert wurden, sei es, dass die profilierten Sandsteineinfassungen der originalen Türen und Fenster mit den barocken Gittern erhalten wurden. Mit den sorgsam restaurierten barocken Türen samt Supraporten, Holztramdecken, Kästen und Truhen sowie dem Kachelofen geben diese repräsentativen Ausstattungsteile einen Eindruck vom Selbstverständnis ihrer Bauherren. Ein Eyecatcher ist die Baumkelter, die, dort belassen wo sie war, in das Ambiente integriert wurde. Aus ihren Holzladen entstand u.a. der Esstisch, aus ihrer Presse der Couchtisch.

Nordostseite

Ästhetisch aber ist es weit mehr, nämlich ein modernes Ambiente auf der Grundlage des überkommenen Baubestands, dem man sehr gekonnt zu einem neuen Leben verholfen hat.

Mit engem Bezug zur Landschaft handelt es sich hier um eine gelungene Verbindung von historischem Winzerhaus und modernem Begegnungszentrum.

 

Nordwestfront
Nordwestseite während des Umbaues