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Herbst Newsletter 2021



GENERALVERSAMMLUNG 2021

Da aufgrund der Coronapandemie die Generalversammlung im Jahr 2020 nicht stattfinden konnte und abzusehen war, dass sie auch heuer nicht im üblichen Sinne abgehalten werden kann, beschloss der Vorstand, diese am 28. September 2021 um 16.00 Uhr via Zoom-Online-Meeting durchzuführen – eine Premiere in der bald 70-jährigen Geschichte des Vereines.

Nach der Begrüßung der anwesenden Mitglieder gedachte der Präsident Alexander Graf Kottulinsky der seit der letzten Generalversammlung verstorbenen Mitglieder.

Sein Aktivitätsbericht der letzten drei Jahre inkludierte die erfolgreiche Reise zu den Moldauklöstern im Jahr 2019 sowie die insgesamt 6 Veranstaltungen und bedankte sich bei den Organisatoren Dr. Johannes Graf Stubenberg, Brigitte Gräfin Kottulinsky und Dr. Soraya Gräf-in Stubenberg.

An der Europa Nostra Generalversammlung im Oktober des Jahres 2019 konnte er aus Krankheitsgründen nicht teilnehmen, wohl aber an der jeweils online abgehaltenen im Oktober des Jahres 2020 sowie von European Historic Houses der Jahre 2020 und 2021.

Im November 2019 fand das „VIII Saint Petersburg International Cultural Forum“ statt, jenes vom Jahr 2020 wurde auf heuer verschoben. Alexander Kottulinsky wird auch an dieser Veranstaltung wieder teilnehmen und noch einmal eine Rede zum Denkmalschutz in Österreich halten.

Er bedauerte, dass im Jahr 2020 keine Veranstaltungen abgehalten werden konnten und dass die geplante Sizilienreise – sie wird voraussichtlich im Mai 2022 stattfinden – neuerlich verschoben werden musste.

Einen entsprechenden Ausfallbonus stellte das Bundesministerium für Kunst und Kultur unserem Verein zur Verfügung.

Umso erfreulicher ist es, dass am 17.9.2021 der Burgentag stattfand. Wie wichtig ein persönliches Zusammentreffen unserer Mitglieder ist, zeigt nicht nur die positive Resonanz, sondern auch die volle Ausbuchung dieser Veranstaltung. Hier gilt es, Dr. Soraya Gräfin Stubenberg für die Organisation zu danken.

Auch der Tag des Denkmals am 26.9.2021, zu dem viele Eigentümer/-innen historischer Gebäude, darunter auch Mitglieder unseres Vereins, eingeladen haben, war erfolgreich. Schloss Neudau z.B. konnte 232 Besucher zählen.

Dipl.-Ing. Peter Graf Mensdorff-Pouilly nahm am Tag des Denkmals in der wegen Restaurierung geschlossenen Wiener Dominikanerkirche teil und konnte davon berichten, dass man anhand dieses konkreten Beispiels einer umfassenden Sanierung zu einer angestrebten Entscheidungsfindung mit dem Bundesdenkmalamt komme.

Der Schatzmeister Dr. Georg Graf Spiegelfeld-Schneeburg legte den Rechenschaftsbericht der Jahre 2019 und 2020 vor und erläuterte die finanzielle Situation, die natürlich aufgrund der Pandemie und der ausbleibenden Einnahmen durch Reisen schwierig geworden ist. Eine Anzahlung für die nicht konsumierte Sizilienreise ist beim Reisebüro als Guthaben für die nächste Reise verbucht. Er attestierte dem Verein eine ausgeglichene finanzielle Lage.

Die Rechnungsprüfer – Mag. Cajetan Gril wurde von Dipl.-Ing. Rudolf Freiherr von Geymüller vertreten – konnten für das Jahr 2020 die Richtigkeit der Abrechnung sowie die ordnungsgemäße Verwendung der Mittel bestätigen und empfahlen die Entlastung des Vorstandes. Der Antrag wurde von der Generalversammlung angenommen, der Vorstand wurde entlastet.

Georg Spiegelfeld berichtete über das Budget der Jahre 2021 und 2022. Das Budget des Jahres 2021 ist „auf Sicht“ und derzeit halbwegs ausgeglichen. Das Budget für das Jahr 2022 wird Anfang des Jahres nachgereicht, da derzeit pandemiebedingt nicht konkret geplant werden kann. Vorgeschlagen wird, das Budget wie im Jahr 2019 fortzusetzen, was so beschlossen wurde. 

Es lag ein vom Schriftführer Mag. Jan Gruszkiewicz vorgelesener Antrag von Constantin Staus-Rausch vor, der anregt, die Generalversammlung möge beschließen, dass der Vorstand seine Amtszeit lediglich bis zur nächsten ordentlichen Generalversammlung im Sommer des Jahres 2022 ausüben und dann im Rahmen der Generalversammlung ein neuer Vorstand gewählt werden solle. Mit dem Verweis auf den entsprechenden Passus in den Statuten, der eine dreijährige Amtsperiode festlegt, wurde deswegen über diesen Antrag nicht abgestimmt.

Aufgrund des Ablaufs der Funktionsperiode des derzeitigen Vorstandes war heuer wieder die Neuwahl in den Vorstand sowie jene der Rechnungsprüfer notwendig. Der Vorstand sowie die Rechnungsprüfer wurden mit überwiegender Mehrheit für die nächste Periode wiedergewählt. Dafür bedankte sich der Präsident auch im Namen des Vorstandes und der Rechnungsprüfer.

Da die Novellierung des Denkmalschutzgesetzes noch nicht abgeschlossen ist, konnte der Präsident derzeit noch nichts dazu berichten.

Auf Antrag von Constantin Staus-Rausch sollte das Thema der Wahlkampfspende an die ÖVP zur Diskussion gestellt werden. Georg Spiegelfeld berichtete, dass es hier um eine Spende für eine bürgerliche Wende ging. Die Fragen von Constantin Staus-Rausch wurden von ihm beantwortet mit der Betonung, dass der Verein auf dem richtigen Weg sei und langfristig in die richtige Richtung arbeite.

Zuletzt wurde noch von Dr. Konrad Wutscher die Frage aufgeworfen, ob man nicht der vom Südtiroler Burgeninstitut herausgegebenen Zeitschrift ARX, die in finanzielle Bedrängnis gekommen ist, unter die Arme greifen wolle. Dazu erläuterte Georg Spiegelfeld, er habe größtes Interesse am Fortbestand der ARX, zumal er ja selbst Mitherausgeber war. Jedoch seien hier aufgrund der limitierten finanziellen Mittel wenig Möglichkeiten gegeben.

Der Präsident bedankte sich abschließend bei Karen Appleby für die Organisation des Vereins und bei Dr. Therese Backhausen für die redaktionelle Arbeit und schloss die Generalversammlung 2021 um 16.45 Uhr mit dem Bedauern, dass sie diesmal nicht auf einem Schloss stattfinden konnte.

Burgentag in der Steiermark

Therese Backhausen

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Am 17. September 2021 war es so weit: Nach coronabedingter Pause konnte endlich wieder ein gemeinsamer Ausflug stattfinden, der uns, organisiert von Dr. Soraya Gräfin Stubenberg, diesmal zu drei Schlössern in die südöstliche Steiermark und ins Burgenland führte. Die engagierten Eigentümer öffneten für uns ihre Häuser und luden uns im Rahmen einer Führung zu spannenden Blicken in die Vergangenheit ein. Steirische Geschichte und ein gediegenes Ambiente mit den weitläufigen Gartenanlagen ließen diesen Tag zu einem wunderschönen Erlebnis werden.

 

Zum Auftakt wurden wir von Franz Graf und Veronika Gräfin Wimpffen in das nordöstlich von Graz liegende Schloss Kainberg in der Gemeinde Kumberg gebeten. Etwas abgeschieden, auf einem abfallenden Bergrücken, positioniert sich die repräsentative Vierflügelanlage mit Ecktürmen und südseitigem Uhrturm, dessen ältester Teil heute der aus dem 15. Jh. stammende Nordflügel ist. Der Bau wurde als Fluchtburg im 13. Jh. vermutlich von Otto von Chunperch errichtet und befindet sich nach regem Besitzerwechsel seit dem Jahr 1841 im Besitz der Familie Wimpffen. Obwohl es um die Mitte des 18. Jh. und später im 19. Jh. zu einigen Umbauten kam, erhielt das Schloss im Wesentlichen sein heutiges Aussehen bereits gegen Ende des 16. bzw. Anfang des 17. Jh. Von Relevanz ist der aus dem Jahre 1570 stammende Arkadenhof im klassischen Renaissancestil mit sichtbaren Resten von Sgraffito-Balustern. Vermutlich von einer Wehrmauer umgeben, sind gartenseitig heute noch ihre Reste auszunehmen. Der nach wie vor existierende 800 Jahre alte Brunnen war einst Teil dieser Befestigung. Ansonsten sind die Mauern des von Veronika Wimpffen als Renaissancegarten angelegten Basteigartens neu aufgebaut. Hier liegt auch das rundbogige Einfahrtstor mit dem Wappen der Familie Wimpffen über dem Schlussstein.

Im Inneren bestechen ein großer Salon mit einer bemalten Kassettendecke aus der Bauzeit, ein großer Saal im 1. Stock mit einer Laub-Bandelwerk-Stuckdecke sowie Öfen aus der Empire- bzw. Barockzeit. Der Bau ist heute generalsaniert. Die Familie Wimpffen stand dabei nicht unter Zeitdruck, sodass sie klar überlegen konnte, welche Materialien für eine bedachte und überlegte Renovierung ideal sind. Ein Zeugnis davon stellen die roten Wände des Ecksalons dar, die in historischer Freskotechnik gestaltet sind. Die 14 Kamine (inklusive der baufälligen unter ihnen) wurden wieder hergerichtet bzw. aufgebaut. Die Sonnenuhr konnte, basierend auf einigen Resten, ebenfalls neu instand gesetzt werden. Da es in dem großen Haus nur maximal 10 beheizbare Öfen gab, wurde im Jahr 1999 eine neue Heizung installiert. Großen Wert legte der Hausherr auf die Erneuerung der technischen Infrastruktur. Wesentlich für ihn waren im Jahr 2010 die Installation eines neuen Blitzschutzes, der den alten aus dem 19. Jh. vollständig ergänzt. Den Bau vom Keller bis zum Dachboden auch mit einem neuen Alarm- und Brandmeldeschutzkonzept auszustatten gehörte ebenfalls zu seinen Prioritäten.

Schloss Kainberg

Veronika Gräfin und Franz Graf Wimpffen

Schloss Kainberg

Schloss Kainberg

Schloss Kainberg

Schloss Kainberg

Schloss Kainberg

Unser zweiter Besuch galt der Familie Salzmann auf Schloss Hohenbrugg in der Stadtgemeinde Fehring, wo uns Dr. Harald und Alexandra Salzmann empfingen und sogleich zu einem Blick in die Vergangenheit einluden. Wir erfuhren, dass die Burg Ende des 12. Jh. von einer landesfürstlichen Ministerialenfamilie erbaut und unter Wulfing von Hohenbrugg, der vermutlich aus der Familie der Fürstenfelder stammte, erstmals urkundlich genannt wurde. Auch hier kam es zu einer raschen Besitzerfolge. Ab der Mitte des 15. Jh. bspw. war es 200 Jahre lang im Besitz der Freiherren von Mindorf, danach in vielen verschiedenen Händen. Der letzte Eigentümer vor der Familie Salzmann war Jaromir Graf Czernin. Durch massive Kriegseinwirkungen und infolge mehrfacher Brände nach Türken-, Kuruzzen- und Haiduckeneinfällen wurde Hohenbrugg gegen Ende des 16. Jh. in der jetzigen Form unter Verwendung der alten Mauern durch Bernhardin von Mindorf wiederaufgebaut und in ein Renaissanceschloss verwandelt. Der Dachstuhl der Vorburg in seiner alten Deckweise aus dem 16. Jh. ist heute noch erhalten. Nach dem Haiduckeneinfall im Jahre 1605 wurde der ursprünglich von der Vorburg getrennte Wohnbau durch schmale Arkadentrakte mit dieser verbunden. Die zugebauten bastionsartigen Ecktürme sollten die Verteidigungsmöglichkeit stärken. Aus dieser Zeit stammt die heute auch als Pfarrkirche verwendete Schlosskirche im nördlichen Trakt mit einem bemerkenswerten Altarbild einer schwarzen Madonna aus dem Ende des 16. Jh. In der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft stellte man das Schloss im Glauben daran, dass es dadurch vor Verwüstungen verschont bleiben würde, unter Denkmalschutz. Dem war allerdings nicht so: Es wurde von Russen wie auch von Deutschen arg zerstört, und der Wirtschaftshof im Osten wurde weggesprengt. Drei notdürftig reparierte Granateneinschläge sind noch heute Zeugnisse dieser Zeit.

Schloss Hohenbrugg

Dr. Harald und Alexandra Salzmann

Schloss Honenbrugg

Schloss Honenbrugg

Schloss Honenbrugg

Schloss Honenbrugg

Schloss Honenbrugg

Nach einem waghalsigen Wendemanöver unseres Busfahrers und einer kleinen Irrfahrt durch den Batthyányschen Schlosspark erreichten wir mit großer Verspätung unsere letzte Station knapp an der ungarischen Grenze – das Schloss Batthyány in Neumarkt an der Raab. Der heutige Eigentümer, Johannes Graf Goëss, empfing uns trotz unseres Zuspätkommens gut gelaunt und lud uns sogleich zu einem Glas Uhudler-Prosecco ein, ehe er uns über die Geschichte der Gegend und des Hauses erzählte. Wir hörten, dass eine historische Besonderheit die ganz nahe bei Neumarkt stattgefundene Schlacht von Mogersdorf war, die als das wichtigste Gefecht im Türkenkrieg von 1663/64 galt und an die heute noch ein weißes Kreuz erinnert. Das Schloss selbst, das eher den Charakter einer großzügigen Villa darstellt, wurde im Jahr 1846 von Franz Graf Batthyány anstelle eines älteren Gebäudes neu errichtet. Von den Batthyánys vorerst meist als Zweitwohnsitz genützt, wurde es nach dem 2. Weltkrieg ganzjährig bewohnt.

Der Bau besteht aus dem gartenseitigen Hauptgebäude, dem südlichen, im Jahre 1870 angebauten Oktogon sowie einem westlichen, glorietteartigen Anbau und ist laut Denkmalbescheid einer der letzten Schlossbauten des Klassizismus im Burgenland. Ein repräsentativer Giebelrisalit mit dem Batthyányschen Wappen dominiert die Schauseite des Hauptgebäudes, deren Ecken durch Türmchen betont sind. Der achteckige Trakt gibt hinsichtlich seiner geplanten Verwendung noch immer Rätsel auf. War er vom Castel del Monte in Apulien inspiriert? Was hat es mit der in vielen Kulturen prominenten Symbolzahl Acht auf sich? Oder sollte es etwa, da sich in der Decke eine Öffnung befindet, eine Sternwarte sein?

Schloss Batthyany

Johannes Graf Goess

Schloss Batthyany

Schloss Batthyany

Schloss Batthyany

Schloss Batthyany

Schloss Batthyany

Beeindruckt vom Gesehenen und Gehörten, fand dieser Tag, an dem in jedem Haus Kultur und Bewirtung eine Symbiose eingingen, sein Ende. Gestärkt wurden wir mit Kaffee und Kuchen im Schloss Kainberg, mit einem Mittagessen samt Weinbegleitung im Schloss Hohenbrugg und mit einem nachmittäglichen Buffet im Schloss Batthyány. Dafür sagen wir ein herzliches Dankeschön. Bedanken möchten wir uns auch bei Soraya Stubenberg und Karen Appleby für die gelungene Organisation.

Tag des Denkmals am 26. September 2021

Therese Backhausen

Der vom Bundesdenkmalamt organisierte Tag des Denkmals, der österreichische Beitrag zu den „European Heritage Days“, konnte heuer wieder stattfinden. Ziel dieser jährlichen Veranstaltung ist es, den Wert des kulturellen Erbes in Österreich als wertvolle Ressource einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Viele engagierte Eigentümer wie auch Mitglieder unseres Vereines öffneten ihre Türen und Pforten, und die Besucherinnen und Besucher nutzten die Atmosphäre der historischen Gebäude sowie das schöne Wetter. In der Steiermark waren unter anderen auch Schloss Neudau der Familie unseres Präsidenten Alexander Graf Kottulinsky sowie Burg Neuhaus von Graf und Gräfin Dr. Karl und Ingrid Vetter von der Lilie zu besichtigen.

In Neudau wurde wahrscheinlich schon während der Besiedelung der Gegend im 13. Jh. ein Wehrbau errichtet. Die erste sichere Erwähnung belegt eine Schenkungsurkunde aus dem Jahre 1371, worin von einer Feste zu „Neydaw“ berichtet wird. Die Geschlechter der Neuberg, Polheim, Zelking und Rottal waren Eigentümer, bevor die Anlage im Jahre 1705 in den Besitz der Grafen Kottulinsky kam. Dies war die Zeit der Kuruzzen-Einfälle, die Teile von Niederösterreich, das Burgenland wie auch die östliche Steiermark mehrmals überfielen und verwüsteten. Der mittelalterliche Bau, ursprünglich eine befestigte Wasserburg nahe der Grenze zu Ungarn, wurde durch Flammen mehrmals stark beschädigt. Anfang des 18. Jh. erfolgte unter Einbeziehung des alten Mauerwerks der Wiederaufbau, bei dem der Nord- und der Westtrakt erweitert, der Turm in die nunmehr einheitlich barocke Schlossfassade integriert und die später verglasten Innenhofarkaden eingebaut wurden. Sein heutiges Aussehen – es handelt sich um eine annähernd symmetrische Vierflügelanlage – geht auf einen weiteren Umbau gegen Ende des 19. Jh. zurück, bei dem zugunsten eines geschlossenen Dachstuhles der Turm abgetragen und die Fassaden neobarock umgestaltet wurden. Vom mittelalterlichen Wehrbau existieren heute noch das Torgebäude sowie der runde Bastionsturm des u-förmigen Vorschlosses, welches großteils seinen ursprünglichen Renaissancestil erhalten hat.

Schloss Neudau

Schloss Neudau

Schloss Neudau

Schloss Neudau

Schloss Neudau

Schloss Neudau

Schloss Neudau

 

Karen und David Appleby, Alexander Kottulinsky, Therese

Backhausen

In Stubenberg am See erwarben Ingrid und Dr. Karl Vetter von der Lilie Anfang der 1980er-Jahre Burg Neuhaus als bereits 200 Jahre lang dem Verfall preisgegebene Ruine inklusive einer meterhohen, baumbewachsenen Schutthalde mit dem Vorhaben, diese zu rekonstruieren und zu revitalisieren. Hoch über der Klamm, mit einem prachtvollen Blick über das Stubenberger Becken und das oststeirische Hügelland, begann um 1350 die wechselvolle Geschichte mit der Errichtung eines Wehrbaues durch die Herren von Stubenberg. Im Jahre 1375 wurde das „Neue Haus“ mit Hans von Neuhaus erstmals als Adelssitz urkundlich erwähnt. Neuhaus wurde zumeist von Dienstleuten der Stubenberger verwaltet. Mitte des 15. Jh. wurden Hans Drachsler, zuvor stubenbergischer Verwalter auf Kapfenberg, und im 17. Jh. die Grafen Wurmbrand-Stuppach als Besitzer erwähnt. Die Burg wurde zweimal durch Brände verheert. Nach der ersten Katastrophe Mitte des 16. Jh. erfolgte ein rascher Wiederaufbau, welcher der Burg im Wesentlichen sein heutiges Aussehen einer turmlosen Hausburganlage mit Palas in verputztem Bruchsteinmauerwerk sowie der charakteristischen hohen Schildmauer im Westen verlieh. Mit dem zweiten Unglück im Jahre 1800 gingen Bedeutungsverlust und Verfall einher, wohl auch aufgrund der Absiedelung der Verwaltung nach Schielleiten.

Gestartet wurde das Rekonstruierungsvorhaben der Anlage von der Familie Vetter von der Lilie mit der Sanierung des vierstöckigen Palas, die heute unter Erhalt der dafür noch genügend vorhandenen historischen Substanz weitgehend abgeschlossen ist. Im Schutt gefundenes Material sowie aus anderen Abbruchobjekten zusammengetragene Ausstattungsobjekte wie Türen, Böden, Kamin etc. spielten beim Wiederaufbau eine große Rolle. Nach sagenhafter vierzigjähriger Bauphase ist eine nachhaltige Bewahrung und Nutzbarmachung das Bestreben der Familie Vetter von der Lilie, die in den warmen Monaten drei Appartements als Ferienwohnungen vermietet.

Burg Neuhaus

 

Burg Neuhaus

Burg Neuhaus

 

Dr. Karl sen. und Dr. Karl jun. Vetter von der Lilie

Burg Neuhaus

 

Blick in den Innenhof mit Wehrgang

Burg Neuhaus

 

Aufgang zum Palas

Burg Neuhaus

Burg Neuhaus

 

Vor Renovierung

Burg Neuhaus

 

Vor Renovierung

Burg Neuhaus

 

Rittersaal

Von der Faszination alter Steine

Schloss Viehofen ist gerettet worden

Therese Backhausen

1. Schloss Viehofen

Das Schloss im St. Pöltener Ortsteil Viehofen hat eine spannende Vergangenheit – und kann eine ebensolche Zukunft haben, denn es wurde in letzter Minute vom Kunsthändler Josef Figl vor dem endgültigen Verfall gerettet. Der fast schon verloren gegebene Bau wird nun seit 18 Jahren behutsam und nach hohen Qualitätsansprüchen in seiner Grundstruktur wieder hergerichtet und konnte Ende Juli 2021 im Rahmen eines Tages der offenen Tür vom emeritierten Propst des Stiftes Herzogenburg, Prälat Maximilian Fürnsinn, eingeweiht werden. Einen lebendigen Begegnungsort mit Erinnerungskultur für zukünftige Generationen zu schaffen, das ist die Vision von Sabine und Matthias Figl, die das Anwesen seit dem Tod des Vaters im Jahre 2014 weiter sanieren und revitalisieren.

Eine ganze Generation kannte diesen Bau nur als Ruine, als markantes Markenzeichen in der Landschaft. Unübersehbar ragte diese auf einem steil abfallenden Plateau über der Traisen mit den auffälligen, jedoch funktionslosen Kaminen, dem beraubtem Dach und den gähnenden Fensterhöhlen empor.

Bereits bei seinen ersten Besuchen dürfte Josef Figl das Besondere dieses Ortes gespürt haben und auch gepackt worden sein von den Geschichtsspuren, die hier viele Hundert Jahre Wohnen und Arbeiten hinterlassen haben. Er ging mit dem Gebäude, in dem er künftig mit seiner Familie wohnen wollte, eine Symbiose ein und bewies einmal mehr, dass er etwas bewegen kann – wie schon zuvor in den Jahren zwischen 1970 und 2014, in denen er voller Energie die Schlösser Bergau, Totzenbach, Schmida und das Resch-Schloss in Eggenburg sowie historische Gebäude in Lambach, Pixendorf, Eggendorf und Sitzenberg erwarb und diese vor ihrem Niedergang rettete.

Ebendiese Energie macht Hoffnung, denn ohne sie hätte es keine Zukunft für das Schloss Viehofen gegeben, dessen Vergangenheit bis in das 11. Jh. zurückreicht. Das Gebiet gehörte einst zum Bistum Passau, das im heutigen Viehofen vermutlich eine von Ministerialen verwaltete Befestigung errichtete. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem 12. Jh., danach folgte bis zur Mitte des 18. Jh. ein reger Besitzerreigen. Darunter waren zunächst die Herren von Viehofen, dann Mitte des 13. Jh. urkundlich nachweisbar die Augustiner Chorherren sowie die Herren von Wallsee, Liechtenstein, Kirchberg und Herberstein. Im Jahre 1745 ging die Anlage an die Grafen von Kuefstein, die bis zum Erwerb durch Josef Figl Ende der 1990er-Jahre Eigentümer blieben. Während der Napoleonischen Kriege stark devastiert, wurde die Anlage großteils wieder aufgebaut und um das Jahr 1880 dann noch einmal erweitert. Nach dem 2. Weltkrieg besetzten die Russen das Schloss und hinterließen es nach ihrem Abzug total verwüstet und leer. Heizbares wie Fußböden und Fensterrahmen fehlten und ein plebiszitär gewissenloser, auf Diebstahl abzielender Wille erledigte den Rest. Der Wille zur Wiederherstellung fehlte bedauerlicherweise den damaligen Eigentümern, und so ließen sie nach gescheiterten Plänen für eine Nutzung als Sanatorium den Bau endgültig verfallen. Ende der 1990er-Jahre kam dann die Wende, und seit dem Jahre 2003 wurde das Objekt in Begleitung des Bundesdenkmalamtes gesichert, rekonstruiert, wiederaufgebaut und saniert bzw. adaptiert.

Eine weithin sichtbare Ruine

Das ruinöse Altschloss

Renovierungsfortschritt

Die Sanierung schreitet voran

Das wiederhergestellte Altschloss

Bäume wachsen im ruinösen Bau

Eingestürztes Dach

Düstere Aussichten für die Kirchenruine

Die spätgotische Schlosskapelle erstrahlt in neuem Glanz

Zum Ensemble der Anlage gehören östlich das etwa fünfeckige, um einen kleinen Innenhof positionierte, dreigeschossige spätmittelalterliche Altschloss und das nur noch fragmentarisch erhaltene Neuschloss aus dem 17. Jh., das im Jahr 1966 abgetragen und durch Wirtschaftsgebäude ersetzt wurde. Heute ist davon noch der runde Eckturm erhalten. Den dritten Teil bildet nordöstlich des Altschlosses die frei stehende, dem hl. Jakob geweihte spätgotische Schlosskapelle mit ihrem Steingewände- und Spitzbogenportal, teilweise abgemauerten Fenstern mit Resten gotischen Maßwerks, Netz- und Sternrippengewölbe sowie mit sichtbaren, gut erhaltenen Spuren einstiger Wandmalereien, wie z. B. der Passion Christi im Chor.

Tonnen von Schutt, meterhohe Bäume sowie überbordendes Gestrüpp – der Innenhof des Altschlosses hatte bereits Waldcharakter angenommen – mussten aus dem Bau entfernt werden, bevor man überhaupt darangehen konnte, den eingestürzten Dachstuhl wieder aufzubauen. Im Zuge der Sanierungs- und Wiederaufbaumaßnahmen wurden mit viel Gespür Materialien wie Böden und Türen aus Abbruchhäusern wiederverwendet. So stammen bspw. die antiken Holzfenster aus dem Augustiner Chorherrenstift Herzogenburg, da diese dort erneuert wurden, und der Marmorboden im großen Festsaal fand, von der Schoellerbank in Wien ausrangiert, seinen Weg hierher. Mussten in den oberen Geschossen die Stuckspiegeldecken neu aufgebaut werden, so ist es besonders im Erdgeschoss gelungen, die mittelalterliche Bausubstanz mit Kreuzrippen- und Stichkappengewölben großteils zu erhalten. Einzig der schon erwähnte Rundturm des ehemaligen Neuschlosses, die südliche zinnenbesetzte Altane sowie Reste der Befestigungsmauer sind noch im Original erhalten geblieben. Die Schlosskapelle, die einst die protestantische und danach bis zum Ende des 19. Jh. die katholische Kirche von Viehofen war, diente den Russen als Munitionsdepot. Entsprechend war auch diese in Mitleidenschaft gezogen; ihre Verletzungen kann sie bis heute nicht ganz verschweigen.

Jetzt präsentieren sich die Räume mit einem stimmigen Farbkonzept an den Wänden sowie ausgestattet mit prachtvollen Öfen und Böden, antiken Möbeln und erlesenen Gemälden aus dem riesigen Fundus des Antikhofes Figl in Plankenberg. Sabine und Matthias Figl erwarben im Jahr 1995 den denkmalgeschützten Meierhof aus der Renaissancezeit, renovierten ihn und betreiben dort einen Antiquitätenhandel.

Das wiederaufgebaute Schloss Viehofen stellt für den Ortsteil Viehofen einen Qualitätsschub dar, von dem alle Seiten profitieren können. Wie bereits in historischen Zeiten bietet es ein unvergleichliches Ambiente für Veranstaltungen aller Art wie Konzerte, Seminare, Ausstellungen, Taufen, Hochzeiten etc. Denn dies ist das künftige Nutzungskonzept für das Schloss.

www.schloss-viehofen.at

www.antikhof-figl.at

Choransicht vor der Sanierung

Blick in den sanierten polygonalen Chor mit Seccomalerei des Passionszyklus

Anstelle des ehemaligen Neuschlosses aus dem 17. Jh. wurden 1966 Wirtschaftsgebäude angelegt

Einzig erhaltener Teil des Neuschlosses ist der runde Eckturm 17. Jh

Der sternförmige Bretterboden stammt aus einem Landgasthof

Eine der vielen wiederhergestellten Decken

Die Öfen sind aus dem Antikhof in Plankenberg

Matthias und Sabine Figl

„Herrschaftszeiten!“ – Johann-Philipps Schlossbesuche

Interview: Therese Backhausen

Fotos ©  ORF/Interspot Film

 Mag. Johann Philipp Graf Spiegelfeld, studierter Historiker, ist nicht nur passionierter AUA-Flugkapitän und engagierter Rettungssanitäter beim Malteser Hospitaldienst, sondern auch Ehemann und Vater von zwei Kindern. Seit dem Spätherbst 2020 bereist er die Bundesländer und besucht für die sehr erfolgreiche ORF-Reihe „Herrschaftszeiten!“ österreichische Familien, die allesamt Mitglieder unseres Vereines sind, in ihren Stammsitzen. Deren gemeinsames Ziel ist es, das von ihren Ahnen übertragene Erbe zu verwalten und in einem guten Erhaltungszustand an die Next Generation weiterzugeben. Wir haben Johann-Philipp Spiegelfeld getroffen, um mit ihm über seine Erfahrungen betreffend die Sorgen und Herausforderungen zu sprechen, die so ein Besitz mit sich bringt.

Burg Clam

Auf der Burg Clam mit Familie Clam-Martinic

Schloss Tratzberg

Im Schloss Tratzberg bei Familie Goess-Enzenberg

Schloss Greillenstein

Bei Familie Kuefstein im Schloss Greilenstein

VHGÖ: Bunt und lebhaft geht es auf den Schlössern, die du besuchst, zu. Wie kam dieses Projekt zustande?

JPS: Ines Schwandner vom ORF und Martin Pusch arbeiten schon länger an so einem Konzept, und nach einem kurzen Casting wurde ich gefragt, ob ich die Sendung moderieren möchte – was insofern lustig ist, als ich kein Adelsexperte bin. Und noch weniger bin ich Moderator. Das Einzige, was mich qualifiziert, ist, dass ich Historiker bin, und ich finde, dass all die Geschichten, die ich aus den Geschichtsbüchern kenne, interessanter und lebhafter sind, wenn die Leute, die darin wohnen, sie erzählen.

Du bist Berufspilot, bekleidest in deiner Freizeit ein Ehrenamt und hast auch Familie. Wie bringst du das alles unter einen Hut?

Ich habe einen Beruf, den ich mir sehr gut einteilen kann. Ich arbeite doch viel in der Nacht und am Wochenende. Dadurch habe ich während der Woche Zeit, sowohl für die Familie als auch für das Ehrenamt. Das ist wirklich ein Vorteil meines Berufes, dass ich mir das einteilen kann. Und ich habe eine sehr verständnisvolle Frau!

Musst oder musstest du dir schon eine Auszeit von deinem Hauptberuf nehmen?

Nein, musste ich noch nicht. Es ist sicher die Situation bzw. diese Pandemie daran schuld, dass wir deshalb weniger bzw. gar nicht fliegen konnten und wir alle in Kurzarbeit waren. Ich habe versucht, diese Zeit zu nutzen. Ich mache aber nicht nur das. Ich habe auch schon vor der Sendung angefangen, ein Postgraduate-Studium zu machen. Und dann ist diese ORF-Sendung dazugekommen. Das geht sich aber gut aus.

Keine Auszeit gibt es auch für Schlosseigentümer. Ein Schloss zu erhalten ist eine Lebensaufgabe, die man lieben muss. Hast du erfahren, wie man diese Kulturgüter finanziell, z. B. durch besondere Kreativität, erhalten kann?

Ich habe mitbekommen, dass der Besitz um das Schloss herum, also Wald und Acker etc., eine große Einnahmequelle ist. Sonst müssen sie sehr kreative Ideen haben, um das Ganze zu finanzieren, angefangen von Hochzeiten und Geburtstagen, die man dort feiern kann, bis zu den Zimmern, die man mieten kann. Dazu kommen Ausstellungen, Museumsbetrieb usw., da ist der Kreativität keine Grenze gesetzt. Das ist, glaube ich, wirklich anstrengend. Man merkt die Verantwortung der Schlosseigentümer, nicht der Letzte in dieser Familiengeneration sein zu wollen, der Wissen weitergeben kann.

Viele Menschen glauben, man hat als Eigentümer eines Schlosses viel Geld und gehört zu den Privilegierten. Dass es harte Arbeit ist, die dahintersteht, und keineswegs märchenhaft, wird meist nicht wahrgenommen. Was sind die größten Herausforderungen und Hauptsorgen der Eigentümer?

Das ist, denke ich, relativ klar: Das größte Problem bereitet immer das Dach, da es ja auch die größte Fläche darstellt. Wenn das einmal undicht ist, ist es unangenehm. Die meisten Burgen und Schlösser sind sehr exponiert, dadurch ist das Dach sehr anfällig für Wind und Wetter und oft kaputt. Die Dachstühle sind aus Holz, da stellt der Holzwurm eine riesige Gefahr für das ganze Gebäude dar, wie wir ja am Beispiel der Riegersburg sehen konnten.

Und was sind die Freuden?

Dass die Familie zusammenkommen kann, dass für jeden genug Platz ist. Man merkt schon auch die Freude der Eigentümer, so ein Kulturgut erhalten und weitergeben zu können. Das treibt sie an und macht sie stolz darüber, nicht nur das Gebäude, sondern auch etwas für die Region weitergeben zu können. Denn es ist natürlich ein Anziehungspunkt für den Tourismus, die Schlösser und Burgen zu besuchen.

Welche Kompromisse sind notwendig, wenn man in einem jahrhundertealten Schloss lebt?

In den wenigsten Schlössern und Burgen ist es wirklich warm, besonders im Herbst und im Winter. Man glaubt, es ist riesengroß, man merkt aber, dass es zwei bis drei Räume sind, die gemütlich warm sind und in denen die Herrschaften letztendlich leben.

Dem Staat und der Allgemeinheit kann eigentlich nichts Besseres passieren, als dass die teils riesigen Schlösser und Burgen bewohnt sind. Dabei steuert jeder von den „Privaten“ beträchtliche Mittel dazu bei, denn ihre Erhaltung ist teuer. Hätte der Staat aufgrund der gemeinsamen Geschichte nicht eine gemeinsame finanzielle Verantwortung?

Das ist ein schwieriges Thema. Ich nehme an, dass es einen Grund gibt, warum das nicht ausreichend vom Staat unterstützt wird. Soweit ich mitbekommen habe, wurde bei der Riegersburg schon ein kleiner Teil des Schrägaufzuges als infrastrukturelle Maßnahme vom Land Steiermark mitfinanziert. Sonst aber, glaube ich, gibt es relativ wenig Hilfen und Unterstützung.

Rahmenbedingungen wie steuerliche Anreize oder Lockerung der Normen für Altgebäude fordert unser Verein von der Politik schon lange. Hast du in Erfahrung bringen können, welche Unterstützung dahingehend von der Politik kommt?

Soviel ich weiß, unterstützt das Land Infrastrukturverbesserungen.

Schlosseigentümer stehen oft einem flächenmäßig großen Unternehmen vor und müssen meist das Schloss auch bewirtschaften. Eine noch herausforderndere Aufgabe in Coronazeiten. Weißt du, wie die Familien die letzten eineinhalb Jahre gemeistert haben?

Ich denke, das war eine große Herausforderung für sie, weil ja die Einnahmen aus den Museen, Übernachtungen, Hochzeitsfeiern etc. weggefallen sind. Es war sicherlich sehr schwierig für alle, aber sie haben es geschafft und sind alle sehr positiv und optimistisch für die Zukunft.

 Bist du dafür, alle Privatschlösser der Öffentlichkeit zugänglich zu machen?

Ich würde das sehr interessant finden, aber ich verstehe, wenn es nicht so gewollt wird. Diese Sendung ist natürlich eine große Werbung, und die Schlösser und Burgen stehen für 45 Minuten, in denen über sie gesprochen wird, im Rampenlicht. Es sind hauptsächlich diese Familien, die auch ein Museum beherbergen oder Interesse haben, es zu vermieten oder zu vermarkten. Wenn private Leute es nicht brauchen und nicht wollen, dass ein Fernsehteam kommt, verstehe ich das selbstverständlich. Aber wie gesagt, ich fände es sehr interessant und spannend.

Gibt es besondere Erlebnisse, die du auf einem Schloss hattest?

 Tja, es ist immer ganz lustig, dass es scheinbar auf jedem Schloss spukt. Warum das ist, weiß ich nicht. Aber es gibt überall eine Geschichte von einer Dame oder von einem Herrn, die noch nicht abgeschlossen haben mit etwas, und daher spukt es. Aber ansonsten bin ich als Historiker schon beeindruckt, wenn man so bedeutende alte Sachen sieht, seien es Wandmalereien, Statuen oder Kapellen, und man weiß, dass diese viele Jahrhunderte alt sind. Und zu sehen oder sich vorzustellen, wie die Leute früher gewohnt haben bzw. jetzt noch immer wohnen, ist für mich schon ein besonderes Erlebnis.

Vielen Dank für das Gespräch!

Schloss Kornberg

Bei Familie Bardeau im Schloss Kornberg

Riegersburg

Bei Familie Liechtenstein auf der Riegersburg

Burg Bernstein

Bei Familie Almassy auf Burg Bernstein

Bei Familie Metternich im Schloss Grafenegg

Schloss Grafenegg

Vorschlag für eine szenografische Ausstellung in einem historischen Gebäude

Dr. Gabriele Reina aus Mailand, Kunsthistoriker und Spezialist für Malerei in antiken Techniken, hat sich mit einem Ausstellungsvorschlag an uns gewandt.

Für eine spektakuläre Präsentation von großen heraldischen Gemälden respektive Standarten sucht er dafür geeignete große Räumlichkeiten in einem Schloss bzw. in einem historischen Gebäude.

Es handelt sich dabei um 80 Artefakte (1,60 x 1,10 m), gemalt auf schweren Stoffen, mit den Wappen berühmter, großteils ausgestorbener Familien, z. B. aus den Italienkriegen oder der Schlacht bei Marignano, aber auch der Habsburger, die schon erfolgreich an der Côte d’Azur, in der Kathedrale von Vézelay, an der Loire oder im Schloss Della Rovere bei Turin ausgestellt wurden.

Die Objekte sind unverkäuflich und es würden auch keine Kosten anfallen, denn Transport und Vorbereitung werden von Dr. Reina selbst organisiert.

Die Ausstellungsdauer wäre je nach Vereinbarung zwischen zwei Wochen und drei Monaten.

Wenn Sie Interesse an solch einer außergewöhnlichen Ausstellung haben, geben Sie uns bitte ein Feedback unter: sekretariat@ahha.at

Hier der Link zur Webseite von Dr. Gabriele Reina. 

Chalon

Chalon

Vézelay

Vézelay

Clermont

Clermont

HERBSTFÜHRUNGEN 

   im LOBMEYR FAMILiIEN-FIRMENARCHIV

 

Herr Peter Rath sowie die Geschäftsleitung bieten in den Monaten Oktober bis Dezember  Führungen im Lobmeyr-Familien-Firmenarchiv an.

Unsere Mitglieder sind dazu herzlich eingeladen.

Hier Klick zum Programm….

BÜCHERSAMMLUNG ZU VERSCHENKEN

Wir wurden gebeten, unsere Mitglieder über eine zu verschenkende Buchsammlung zu informieren.

Es handelt sich um ca. 90 Exemplare mit dem Schwerpunkt Burgengeschichte (wie z.B. Lexikon deutscher Burgen 4 Bände, Burgenkunde von Piper, Die kaiserlichen Burgen und Schlösser u.v.m.) aus dem Besitz eines verstorbenen, langjährigen Mitgliedes unseres Vereines.

Bei Interesse kontaktieren Sie bitte Frau Ulrike Neyner-Schandl, Tel: 0664 227 0370

Buchempfehlung

Weltkulturerbe in Österreich: Die Semmeringeisenbahn

Häfliger, Toni  Hrsg.

Dinhobl, Günter Hrsg.

Die Semmeringbahn in Österreich gilt als ein Meilenstein der Eisenbahngeschichte. Mit ihrer Eröffnung im Jahr 1854 wurde der Eisenbahnbau auch in einer schroffen Gebirgsregion Wirklichkeit. Angesichts der Errichtung des Semmering-Basistunnels zur Entlastung der historischen Bahnstrecke stellen sich Fragen zu Umgang, Instandhaltung und Weiterentwicklung des heutigen UNESCO-Weltkulturerbes. Erhalten und Gestalten: Das von der Arbeitsgemeinschaft für das Weltkulturerbe in Österreich erarbeitete Buch versammelt Beiträge aus verschiedenen Disziplinen und bietet einen umfassenden Überblick über die vielfältigen Aktivitäten beim Umgang mit dieser Gebirgsbahn. Eigens aufgenommene Fotografien von Hertha Hurnaus eröffnen eindrucksvolle Blicke auf die Bahnstrecke, die historischen Bauten und die umgebende Landschaft

Gebunden

356 Seiten

Deutsch

Birkhäuser Verlag GmbH

€ 39,-

erscheint am 08.11.2021